Pressefoto: NiedersachsenMetall

HANNOVER. Die niedersächsischen Industriearbeitgeber reagieren verärgert auf die gestern von EU-Kommission und –Parlament sowie Ländervertretern beschlossene Verschärfung der CO2-Grenzwerte. Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, kritisiere dabei vor allem „die Einführung der Elektromobilität mit der Brechstange“ mit Blick auf die Klimabilanz von E-Autos.

„Wirklich klimafreundliche Elektroautos werden auf Jahrzehnte eine Illusion bleiben. Der CO2-Fußabdruck eines E-Fahrzeuges ist allein durch die Produktion des Akkus verheerend. Umweltfreundlich werden Elektroautos erst, wenn keine fossilen Energien mehr für die Produktion der Akkus benötigt und sie ausschließlich mit Strom aus regenerativen Energien betrieben werden. Letzteres wird in Deutschland noch Jahrzehnte dauern und wird sowohl für die Produktion von Fahrzeugen als auch deren Betrieb in nahezu allen anderen Ländern Utopie bleiben. Alle, die sich in der EU mit dem Thema ernsthaft beschäftigen, müssten das eigentlich wissen. Aber Selbstbetrug ist doch am schönsten, wenn man ihn mit vielen teilen kann“, so Schmidt.

Schmidt verwies in diesem Zusammenhang auch auf China als vermeintlichen Vorreiter in Sachen klimafreundlicher E-Mobilität, wo 80 Prozent der Stromerzeugung noch immer aus fossilen Energieträgern erfolgten.

Schmidt abschließend: „Was wir hier uns gerade insgesamt leisten, ist aus industrie- und klimapolitischer Sicht ein Stück aus dem Tollhaus. Wir verschärfen auf europäischer Ebene die CO2-Grenzwerte und gleichzeitig reden wir uns daheim die klimafreundliche Diesel-Technologie kaputt. Die gestern beschlossenen Verschärfungen gehen deutlich über das Zumutbare und vor allem Leistbare für Zulieferer und Automobilhersteller hinaus. Wer glaubt, dass das keine Auswirkungen auf Wachstum und Arbeitsplätze in Deutschland hat, hat von wirtschaftlichen Zusammenhängen herzlich wenig Ahnung“.

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