HANNOVER. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen erwartet, dass sich die Zahl der von den Polizeibeschäftigten geleisteten Überstunden weiterhin auf hohem Niveau bewegen wird. „Auch, wenn die genaue Bilanz noch nicht vorliegt, gehen wir davon aus, dass der Berg von 1,5 Millionen Überstunden nicht kleiner geworden ist“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff am Montag.

Grund für die Annahme sei einerseits, dass die Bereitschaftspolizei erneut zahlreiche Einsätze zu leisten hatte und dabei oft auch zur Unterstützung in anderen Bundesländen gefragt war. „Die niedersächsische Bereitschaftspolizei ist gut aufgestellt und macht gute Arbeit. Daher wird sie oft für Einsätze auch außerhalb Niedersachsens angefordert“, so Schilff weiter.

Andererseits seien auch die Kolleginnen und Kollegen im Einsatz- und Streifendienst sowie in den Ermittlungsbereichen immer stärker gefordert. „Zum Beispiel das Thema Kinderpornographie erfordert zusätzliche Arbeit, ebenso sind Ermittlungen im digitalen Bereich aufwändiger geworden. Inzwischen wird auch häusliche Gewalt häufiger angezeigt. Das ist zwar gut so, aber es bedeutet intensiveren Aufwand“.

Schilff betonte daher, dass eine kontinuierliche personelle Verstärkung der Polizei in Niedersachsen weiterhin erforderlich sei: „Das Land hat den richtigen Weg eingeschlagen und seit 2016 aufgrund eindringlicher Forderungen der GdP zusätzliche Anwärterinnen und Anwärter eingestellt. 2019 wird der erste Jahrgang fertig ausgebildet sein und dann in die Dienststellen und zur Bereitschaftspolizei kommen. Bis wir aber einen ‚richtigen Schub‘ erleben, wird es noch etwa drei Jahre dauern“. Für 2019 konnte die GdP Niedersachsen erreichen, dass 200 zusätzliche Anwärterinnen und Anwärter eingestellt werden.

„Mit dem Personal muss sorgsam umgegangen werden“, so der GdP-Landesvorsitzende weiter: „Im neuen Jahr werden wir deshalb die Arbeitszeitregelungen für besonders belastende Dienste genau hinterfragen und auf Verbesserungen hinarbeiten. Es geht dabei um die Wochen- und die Lebensarbeitszeit sowie um die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

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