Zahlreiche Rinderhalter in Niedersachsen spüren beim Futterangebot weiterhin die Folgen des zurückliegenden Dürresommers. Manche Betriebe behelfen sich derzeit, indem sie Futterrationen mit Stroh strecken, andere haben Maissilage aus Regionen mit Ernteüberschuss gekauft. Foto: Ehrecke/Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

OLDENBURG. Nach dem Dürresommer 2018 und der insgesamt enttäuschenden Ernte bleibt die Situation zahlreicher Rinderhalter in Niedersachsen angespannt. Derzeit hätten eine Reihe von Milchviehbetrieben Mühe, mit ihren Futtervorräten gut bis zur nächsten Grasernte beziehungsweise bis zum nächsten Silieren hinzukommen, berichtete die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen am Freitag. Deswegen würden die Futterrationen in den betroffenen Betrieben zum Beispiel mit Stroh gestreckt.

Ende Februar oder Anfang März würden manche Betriebe womöglich feststellen, dass die Maissilage aus dem vergangenen Jahr nicht so ergiebig sei, wie die reine Masse vermuten lasse, lautet die Einschätzung der Grünland- und Fütterungsfachleute der LWK. Daher komme es in der kommenden Zeit weiter darauf an, die Futterrationen möglichst exakt zu planen sowie das Grünland etwa durch Nachsäen und durch weitere Pflegemaßnahmen optimal auf den ersten Schnitt vorzubereiten, um später möglichst viel frisches Grundfutter ernten zu können.

Insgesamt, so schätzen die LWK-Fachleute, werden die Auswirkungen der Dürre des vergangenen Jahres noch sehr lange beim Futterangebot zu spüren sein. Zahlreiche Betriebe behelfen sich derzeit mit Maissilage, die sie aus Überschussgebieten gekauft haben. Grassilage werde bislang wenig gehandelt. Manche Rinderhalter hegten offenbar die Hoffnung, dass die Nachbarn im Frühjahr überschüssige Reserven erzeugen und diese verkaufen.

Im vergangenen Sommer hatte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zusammen mit anderen landwirtschaftlichen Organisationen eine Grundfutterbörse ins Leben gerufen, damit Betriebe auf Futtersuche und Betriebe, die mehr Grundfutter produzieren als sie selbst verbrauchen, schnell miteinander ins Geschäft kommen können.

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