LÜNEBURG. Leerstehende Gebäude, verödeten Ortskerne: Viele Dörfer in Deutschland spüren die Auswirkungen der Landflucht. Der Landkreis Lüneburg setzt dieser Entwicklung auf regionaler Ebene nun eine eigene Förderung für zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten im ländlichen Raum entgegen. Das hat der Kreistag in seiner Sitzung am vergangenen Montag beschlossen. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Privatpersonen, die Interesse am Kauf eines leerstehenden Gebäudes in einer Kommune mit weniger als 12.000 Einwohnern haben. Mit dem Zuschuss können sie sich beraten lassen oder Baumaßnahmen umsetzen. Ziel dabei ist es, im Sinne der Nachhaltigkeit vorhandene Bausubstanz zu nutzen und zu erhalten. Dadurch soll das Ortsbild bestehen bleiben.

„Eine Erstberatung mit einem Architekten oder Hochbauingenieur wird mit 1.000 Euro unterstützt“, erklärt Inga Masemann von der Kreisentwicklung. Dabei nehmen die Planer die aktuelle bauliche Situation unter die Lupe und machen Vorschläge zur weiteren Nutzung. Interessierte können den Antrag auf Förderung schriftlich beim Landkreis Lüneburg, Büro Landrat, stellen. Enthalten sein muss: eine Kopie des amtlichen Lageplans sowie ein Nachweis über Eigentum, Alter des Gebäudes und Leerstand. Innerhalb von vier Wochen soll die betroffene Kommune dann darlegen, warum das Objekt für das Ortsbild prägend ist.

„Für Investitionen hingegen ist eine Förderung von bis zu 10.000 Euro möglich“, so Inga Masemann. „Mit dem Geld können Sanierungs-, Ausbau- oder Umbauarbeiten angeschoben werden.“ Bewerber sollten in ihrem Antrag bereits konkret geplante Schritte darlegen. Die Unterlagen sind dann bis zum 15. März oder 15. September eines Jahres beim Landkreis Lüneburg zu stellen. Auch bei dieser Förderung sind die Kommunen aufgefordert, innerhalb von vier Wochen eine Stellungnahme abzugeben. Zudem sollen sie erklären, inwieweit sie sich selbst finanziell an dem Projekt beteiligen können. Anschließend entscheidet der Ausschuss für Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV, wie es mit dem Gesuch weitergeht.

Insgesamt sind pro Jahr 200.000 Euro im Haushalt für das Programm bereitgestellt. Es soll bestehende Förderprogramme auf EU-, Bundes- und Landesebene ergänzen und als Anschubfinanzierung dienen.

Bei Fragen steht Inga Masemann von der Kreisentwicklung telefonisch unter 04131 26-1374 oder per E-Mail an inga.masemann@landkreis-lueneburg.de zur Verfügung.

Mehr Informationen zum Kreistag und den Ausschüssen gibt es unter www.landkreis-lueneburg.de/kreistag.

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