HANNOVER. Für den landwirtschaftspolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Grupe, entbehrt die heute vorgestellte Nitrat- und Phosphat-Kulisse einer belastbaren wissenschaftlichen Grundlage. „Alle Messungen der vergangenen Jahre haben ergeben, dass lediglich zwischen fünfzehn und neunzehn Prozent der niedersächsischen Grundwasserbrunnen belastet sind. Dennoch ist seit Monaten die Rede davon, sechzig Prozent des Grundwasserkörpers und neununddreißig Prozent der Gebiete seien belastet. Das ist nicht wissenschaftlich“, so Grupe.

Er fordere eine differenzierte Betrachtung der Lage, da auf die Landwirte in den nun als „rot“ ausgewiesenen Bereichen drastische Einschränkungen zukämen. „Die angestrebten Maßnahmen schränken die ordnungsgemäße Pflanzenernährung derart massiv ein, dass es teilweise einer regelrechten Enteignung gleichkommt. Die Erträge werden drastisch sinken und es droht eine Abwärtsspirale bis hin zum finanziellen Ruin einzelner Höfe“, so Grupe. Er fordere daher die Neubewertung der Gebiete nach streng wissenschaftlichen Kriterien und effektive Lösungsansätze dort, wo tatsächlich Grenzwerte überschritten werden. „Gewässerschutz kann nur gemeinsam mit den Landwirten gelingen. Statt sie massiv unter Druck zu setzen und ihre Lebensgrundlage anzugreifen, sollte die Landesregierung gemeinsam mit ihnen eine Strategie zum Erreichen der Ziele entwickeln“, fordert Grupe weiter.

Hintergrund: Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast (CDU) und Umweltminister Lies (SPD) haben heute die „Niedersächsische Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat oder Phosphat (NDüngGewNPVO) vorgestellt, das nun in die Verbandsbeteiligung kommt.

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