AGL meldet weniger notwendige Baumfällungen als im Vorjahr

Umwelt Von Extern | am Di., 30.03.2021 - 13:37

LÜNEBURG. Die Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL), ein Unternehmen der Hansestadt Lüneburg, steht im Stadtgebiet der Hansestadt und deren öffentlichen Bereichen in der Verantwortung für die Pflege des Stadtgrüns und damit auch für die Pflege eines Großteils des Baumbestandes. Der Stadtwald, die Friedhöfe und die Flächen der städtischen Stiftungen zählen in diesem Zusammenhang formell nicht zum Stadtgrün, welches durch die AGL bewirtschaftet wird. Im Bestand des Stadtgrüns befinden sich geschätzt rund 40.000 größere Bäume, d.h. Straßenbäume und Bäume in Park- und Grünanlagen.

Stetig führt die AGL Baumkontrollen durch um die Verkehrssicherheit an Straßen, Wegen und Plätzen gewährleisten zu können. Die Mitarbeitenden der AGL überprüfen aber den Baumbestand auch in Hinblick auf Baumkrankheiten, wie z.B. Pilzbefall und der Baumvitalität im Ganzen. So wird der Bestand immer auf abgestorbene und absterbende Bäume geprüft. Solche Bäume können gegebenenfalls noch als sogenannte Habitat-Bäume dienen. Das sind abgestorbene oder absterbende Bäume die man für die Natur bewusst stehen lässt. Oftmals können so z.B. Nistmöglichkeiten für Vögel oder auch Eichhörnchen erhalten bleiben. Nicht jeder gefällte oder tote Baum wird aus den Grünflächen abtransportiert, da das verrottende Holz wiederum Lebensraum für Insekten bietet und so auch wiederum benötigte Nährstoffe im Boden angereichert werden.

Baumfällungen können somit aufgrund von Verkehrssicherheitsrisiken oder von Krankheitsbefall leider nicht vermieden werden. Auch können Baumfällungen zur Freistellung benachbarter Bäume, zu deren optimalen Entwicklung oder auch zur Freistellung an Grundstücksgrenzen notwendig werden. Ebenso sind immer wieder Baumfällungen zur Durchführung von Baumaßnahmen notwendig. Die planmäßigen Baumfällungen werden von der AGL selbstverständlich nur außerhalb der Brut- und Setzzeit, jeweils im Winterhalbjahr vom 01.0ktober bis Ende Februar durchgeführt. Auch während dessen wird die Baumkontrolle weitergeführt, da die Zustandsbeurteilungen der Bäume im belaubten und unbelaubten Zustand erfolgen müssen.

Wo leider Bäume gefällt werden müssen, wird vor Aufnahme der ersten Fällarbeiten auf einem speziell geschaffenen, webbasierten Informationsportal https://baeume.agl-lüneburg.de/ veröffentlicht. Alle Bürgerinnen und Bürger haben somit die Möglichkeit sich zu informieren und können sich mit Ihren Fragestellungen an die Fachfrauen und Fachmänner der AGL wenden. Das besondere an der Veröffentlichung ist, dass aus der Arbeitsvorbereitung der AGL heraus, alle Bäume mit einem Stammdurchmesser ab rund 10 cm erfasst sind. Die AGL wertet selbstverständlich die Daten aus, um über die Entwicklung im Bestand berichten zu können. Insofern sind die „Lüneburger Daten“ oftmals nicht mit den Publikationen anderer Städte und Gemeinden 1:1 zu vergleichen. So wird in vielen veröffentlichten Baumfälllisten lediglich zu größeren Bäumen, z.B. mit einem Stammdurchmesser > 30 cm berichtet oder es wird lediglich zur Anzahl der geplanten Fällungen von Straßenbäumen berichtet, d.h. es sind überhaupt nicht alle in der Kommune geplanten Fällungen im Stadtgrün aufgelistet.

In der vergangenen Fällperiode wurden insgesamt 884 Bäume gefällt, wie die AGL berichtet. Das sind rund 180 Bäume weniger als im Vorjahr oder ein Rückgang um ca. 10 %. Davon sind 654 Bäume im Stadtgrün, 214 Bäume auf den Friedhöfen und 16 Bäume zur Durchführung von städtischen Bauvorhaben gefällt worden. Von den 884 Bäumen waren 235 Bäume abgestorben (27 %) und 113 Bäume absterbend (13 %). 310 Bäume waren, mit einem Stammdurchmesser von > 30 cm, große Bäume (35 %) und 143 Bäume (16 %) waren besondere Bäume die als schützenswert unter die, auch für die AGL und die Stadt geltende, Baumschutzsatzung gefallen sind.

Die Verteilung auf die Baumarten ist folgende: Vor allem mussten leider Birken (154 Stück), Pappeln (100 Stück), Fichten (95 Stück), Weiden (89 Stück) und Kiefern (53 Stück) gefällt werden. In Bezug auf den Baumbestand im Stadtgrün von ca. 40.000 Bäumen sind dort 654 Bäume entnommen worden. Damit ergibt sich eine Entnahmerate von rund 1,6 %. Das entspreche aktuell weiterhin dem Zustand eines gesunden Bestandes, zumal es in den belaubten Grünflächen und aufgrund der dort extensiven Pflege auch einen natürlichen Aufwuchs im Baumbestand gibt. Als Faustformel gelte für einen gesunden Waldbestand, in der optimalen Lebenszyklusphase des Bestandes, eine Mortalitätsrate von unter 2 % als eine normale und eher geringe Rate des Absterbens.

Im Bereich des Stadtgrün werden durch die AGL nach eigenen Angaben jährlich rund 200 Jungbäume als Ersatz gepflanzt. Die Pflanzungen erfolgen immer im Herbst. Das sind dieses Jahr mehr als die Anzahl der Bäume die als besonders schützenswert, gemäß Baumschutzsatzung, einzustufen waren. Bäume die bereits abgestorben oder absterbend sind fließen nicht in die Bilanzierung ein, da diese nicht unter die Baumschutzsatzung fallen. Durch zusätzliche Baumpflanz- und Aufforstungsaktionen der Hansestadt Lüneburg, mit breiter Unterstützung der Lüneburgerinnen und Lüneburger, sind im auch im vergangenem und diesem Jahr zahlreiche Jungbäume und Setzlinge im Stadtgebiet zusätzlich gepflanzt worden.

Sollten Sie Fragen zum Thema haben, so wenden Sie sich gerne direkt an die AGL Geschäftsführung oder auch die Bereichsleitung des AGL Betriebshofes unter Tel. 04131 85 69 0 oder zentrale@agl.lueneburg.de.

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