Apollinaris Brands startet in Kürze Pumpversuch in der Samtgemeinde Gellersen

Wirtschaft Von Julia Lugert | am Do., 21.01.2021 - 20:33

GELLERSEN. Die erforderlichen Unterlagen sind eingereicht, nun hat der Getränkekonzern Apollinaris Brands den nächsten Schritt beim Landkreis Lüneburg angezeigt: In knapp zwei Wochen – Anfang Februar 2021 – startet das Unternehmen in der Samtgemeinde Gellersen seinen geplanten Pumpversuch. Sobald der konkrete Termin feststeht, wird der Landkreis ihn der Öffentlichkeit mitteilen und den Beginn der Arbeiten vor Ort kontrollieren. Der Pumpversuch als nächster Schritt dient der Vorbereitung des endgültigen Erlaubnisverfahrens zur Wasserentnahme, welches Apollinaris Brands beim Landkreis Lüneburg beantragen will. Das Ziel hinter dem Pumpversuch: Der Konzern möchte mit einem neuen Brunnen bei Reppenstedt bis zu 350.000 Kubikmeter Wasser jährlich aus einer Tiefe von etwa 195 Metern fördern. Das Unternehmen betreibt bereits eine Produktionsstätte mit zwei Brunnen im Lüneburger Stadtgebiet.

Bei dem Pumpversuch könnte Apollinaris Brands laut Erlaubnis bis zu 118.000 Kubikmeter Grundwasser abpumpen. In der Diskussion war zwischenzeitlich, diese Fördermenge um knapp die Hälfte zu reduzieren, doch davon hat das Unternehmen Abstand genommen. „Im Sinne des sparsamen Umgangs mit Wasser wäre die kleinere Menge durchaus sinnvoll. Im Sinne eines transparenten Verfahrens halten wir die Entscheidung von Apollinaris allerdings für richtig“, erklärt Stefan Bartscht, Leiter Fachdienst Umwelt.

Zur Erklärung: Ein reduzierter Pumpversuch würde bedeuten, dass das Unternehmen den entsprechenden Wasserrechtsantrag auch nur für eine verringerte Gesamt-Fördermenge einreichen könnte. An dem damit verbundenen Verfahren kann sich die Öffentlichkeit beteiligen. Sollte der Getränkekonzern jedoch zu einem späteren Zeitpunkt mehr Grundwasser fördern wollen, ist zwar hierfür ebenfalls ein Erlaubnisverfahren notwendig – allerdings sähe das Gesetz dann keine öffentliche Beteiligung mehr vor. „Das hätte den unschönen Beigeschmack von Intransparenz“, betont Stefan Bartscht. „Und das wollen wir unbedingt vermeiden.“ Daher sei es wichtig, bereits jetzt die am Ende langfristig beabsichtigte Größenordnung zu berücksichtigen: So könnten die Auswirkungen einer Förderung auf realistischer Grundlage untersucht, belegt und einer kritischen Prüfung unterzogen werden.

Nach derzeitigem Stand läuft der Pumpversuch bis Ende März 2021, im Anschluss werten Gutachter die Ergebnisse aus. Dabei geht es um die Frage, ob die langfristige Wasserentnahme negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt hat. Auf Grundlage der Expertise kann das Unternehmen dann seinen endgültigen Antrag zur Wasserentnahme erarbeiten und dem Landkreis Lüneburg vorlegen. Er wird schließlich aufgrund der wasser- und naturschutzrechtlichen Vorgaben entscheiden, ob der dritte Brunnen erlaubt wird oder nicht.

Mehr Informationen zum Wasserrechtsverfahren gibt es im Internet unter www.landkreis-lueneburg.de. Im Kreistagsinformationssystem bereitet die Vorlage 2020/292 das Wasserrechtsverfahren Apollinaris Brands detailliert auf, dazu sind zahlreiche Unterlagen zum Verfahren veröffentlicht.