Bühne frei – per Video: Kulturförderpreis in Zeiten von Corona (mit Video)

Politik Von Extern | am Fr., 30.04.2021 - 16:02

LÜNEBURG. Deutlich ruhiger, aber nicht weniger feierlich rückt der Kulturförderpreis 2020 des Landkreises Lüneburg jetzt zwei heimische Künstler ins Rampenlicht – und spricht per Video ein größeres Publikum an. Landrat Jens Böther ehrte die Songwriterin Elisa Hantsch alias Miss Allie und den Schauspieler Philip Richert vor einer Woche im ganz kleinen, coronakonformen Rahmen. Weil die Verleihung diesmal ohne Zuschauer auskommen musste, kommt die Veranstaltung eben zu den Gästen: Filmisch hält der Landkreis die Preisverleihung fest und veröffentlicht sie im Internet – mit lebendigen Portraits der Geehrten, Laudationes und Dankesreden.

„Die Kunst lebt vom Zusammenspiel mit dem Publikum“, sagt Landrat Jens Böther, der die Auszeichnungen auf der kleinen Bühne des Lüneburger Theaters übergab. „Weil das in diesem Jahr kaum möglich ist, wollen wir beide Seiten zumindest indirekt zusammenführen.“ Der Kulturförderpreis und das Video seien ein symbolischer Beitrag, um die Kulturszene in dieser Situation zu unterstützen. So begann Miss Allie vor mehr als fünf Jahren ihre Karriere in Lüneburg, wo sie die Menschen zunächst als Straßenmusikerin begeisterte. Dank ihrer – vom Kuratorium treffend beschriebenen – „bewundernswerten Energie“ und dem “unverwechselbaren Stil“ hat sie inzwischen eine große Fangemeinschaft im gesamten deutschsprachigen Raum. „Ich liebe den Landkreis Lüneburg und fühle mich geehrt, dass meine Heimat mich mit dem Kulturförderpreis auszeichnet“, bedankt sich Miss Allie.

Auch der Schauspieler, Musiker und Regisseur Philip Richert ist eine bekannte Größe in der Kulturlandschaft im Landkreis Lüneburg. Er gehört zum festen Ensemble am Theater Lüneburg, entwickelt eigene Figuren und Formate und zeigt nach Meinung des Kuratoriums immer wieder, „wie unkonventionelle Produktionen zu Publikumserfolgen werden können.“ Er habe tolle Rollen spielen dürfen, bedankt sich der Lüneburger und hofft, „dass wir uns alle bald wieder live im Theater begegnen können.“

Das Kulturförderpreis-Video stellt das Wirken der Geehrten in den Vordergrund und zeigt sie in ausgewählten Bildern bei ihrer Arbeit. Vorbereitet von Marie Schulz aus der Landkreis-Pressestelle und Sonja Piredda, zuständig für die Kulturangelegenheiten im Fachdienst Bildung und Kultur, wurde es gemeinsam mit den Akteuren Andreas Tamme und Frank Lübberstedt realisiert. „Dass diese besondere Art der Ehrung auf diese Weise dem Publikum erhalten bleibt, ist ein schöner Nebeneffekt des Videoformats“, so Landrat Jens Böther.

Der Landkreis Lüneburg verleiht seit 1979 jährlich bis zu zwei Kulturförderpreise aus den Bereichen Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur und Musik. Im vergangenen Jahr konnte die Ehrung aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden, mit der digitalen Veranstaltung wurde der Termin nun nachgeholt. Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung wird an Kunstschaffende vergeben, die durch Herkunft, Wohnort, Ausstellung oder Inhalt ihrer Arbeit einen Bezug zum Landkreis oder der umgebenden Region haben. Das Kuratorium besteht aus Vertretern aus Kultur und Politik.

Der Kulturförderpreis ist nicht die einzige Unterstützung des Landkreises Lüneburg für Kulturschaffende: In Corona-Fördertöpfen für Kultur und Sport stehen in diesem Jahr rund 500.000 Euro bereit. Zudem gibt es das Programm Re-Start Kultur, das mit 100.000 Euro hinterlegt ist. Das Video zur Verleihung des Kulturförderpreises 2020 sowie Fotos, die hinter den Kulissen entstanden sind, finden Interessierte unter www.landkreis-lueneburg.de/kulturfoerderpreis.

...