Corona-Schnelltests zur Selbsttestung: Mit Vorsicht bewerten – bei positivem Testergebnis zum Arzt

Medizin Von Extern | am Fr., 26.02.2021 - 20:28

LÜNEBURG. Corona-Tests aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt: Seit dieser Woche sind erste Antigen-Schnelltests zum Selbertesten in Deutschland zugelassen. Die Ergebnisse eines solchen Tests sind jedoch mit Vorsicht zu bewerten. Darauf weist das Gesundheitsamt des Landkreises Lüneburg hin. Wer ein positives Testergebnis erhält, gilt zunächst als Corona-Verdachtsfall und sollte sich selbst absondern: „Bitte wenden Sie sich mit dem positiven Schnelltest-Resultat sofort telefonisch an Ihre Hausarzt-Praxis“, sagt Yvonne Hobro, Fachbereichsleiterin Soziales beim Landkreis Lüneburg. „Dieser schreibt Sie krank und führt einen so genannten PCR-Test durch, um die Corona-Infektion zu bestätigen.“

Wer in seiner Hausarzt-Praxis nicht innerhalb von 24 Stunden einen Termin erhält, wendet sich an das Corona-Bürgertelefon des Landkreises Lüneburg unter der bekannten Telefonnummer 04131 26-1000. Die Mitarbeitenden vermitteln in diesem Fall einen Abstrichtermin. Bestätigt der PCR-Test die Corona-Infektion, erhält auch das Gesundheitsamt das Ergebnis und setzt die Patientin oder den Patienten unter Quarantäne. Gehaltseinbußen oder Ähnliches müssen Betroffene nicht befürchten: Durch die Krankschreibung bei positivem Schnelltest-Ergebnis erhalten sie zunächst die Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber, bei Quarantäne wird ein Verdienstausfall über das Gesundheitsamt ausgeglichen.

Wichtig ist: Wer einen Schnelltest selbst durchführt, trägt eine hohe Verantwortung. Um Infektionsketten zu unterbrechen und Familie, Freundeskreis sowie Kollegen zu schützen, führt nach einem positiven Schnelltest-Ergebnis kein Weg am Arztbesuch und häuslicher Isolation vorbei – zumindest bis zum endgültigen Ergebnis. Und auch ein negatives Schnelltest-Ergebnis ist nur eine Momentaufnahme. Regeln wie die Maskenpflicht, Händehygiene, Abstandhalten und regelmäßiges Lüften müssen weiterhin eingehalten werden. „Das gilt erst recht jetzt, nachdem die britische Virusvariante B 1.1.7 sich im Landkreis Lüneburg ausgebreitet hat“, erklärt Yvonne Hobro.

Hintergrund zu Corona-Schnelltests:
So genannte Antigentests, wie die nun erhältlichen Selbsttests, können eine Infektion am ehesten erkennen, wenn sie kurz vor dem Auftreten von Symptomen oder bei ersten Symptomen einer Corona-Infektion durchgeführt werden. Ein negatives Schnelltest-Ergebnis schließt eine Corona-Infektion nicht völlig aus, warnt das Robert-Koch-Institut. Insbesondere wenn die Tests nicht gezielt – also ohne konkreten Verdacht – durchgeführt werden, sinkt die Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts unter: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Infografik_Antigentest_PDF.pdf?__blob=publicationFile