Grundwasser sorgfältig nutzen: Feldberegnung im Landkreis Lüneburg nur noch bei wenig Wind

Umwelt Von Extern | am Do., 15.07.2021 - 21:28

LÜNEBURG. Grundwasser ist kostbar und soll gut ankommen – und zwar dort, wo es benötigt wird: auf dem Feld, bei den angebauten Pflanzen. Zielorientierte Beregnung nennen die Experten den sorgfältigen Umgang mit dem kühlen Nass, den der Landkreis Lüneburg jetzt mit einer Allgemeinverfügung erstmals in einen rechtlichen Rahmen fasst. Seit Dienstag dürfen Landwirte ab einer Windgeschwindigkeit von acht Metern pro Sekunde – das sind knapp 30 Stundenkilometer – nicht mehr mit der Beregnungsmaschine bewässern. Die Regelung wurde vom Landkreis im Einvernehmen mit der Politik und der Landwirtschaft erarbeitet.

„Wir wollen sichergehen, dass gefördertes Grundwasser in der Feldberegnung wirklich auf dem Acker landet und dem Anbau dient“, sagt Claudia Schröder vom Fachdienst Umwelt beim Landkreis Lüneburg. „Starker Wind weht das Wasser oft auf angrenzende Wege oder Wälder, außerdem verdunstet mehr und kommt nicht bei den Pflanzen an.“ Viele Landwirte leben den sparsamen Umgang mit dem Wasser bereits jetzt in der Praxis und verzichten bei starkem Wind darauf, die Beregnungsmaschinen anzustellen. „Alle anderen wollen wir nun mit der Allgemeinverfügung erreichen“, so Claudia Schröder. So soll nicht nur ein sorgsamer Umgang mit dem Wasser erreicht, sondern beispielsweise auch Bodenbrüter geschützt werden, deren Nester mit Nachwuchs durch eine ungewollte „kalte Dusche“ beschädigt werden.

Hintergrund der neuen Regelung im Landkreis Lüneburg ist der Klimawandel und die trockenen niederschlagsarmen Sommer der vergangenen Jahre, in denen sich die Grundwasserkörper nicht vollständig wieder auffüllen konnten. Gleichzeitig muss die Landwirtschaft in solchen Jahren die Felder mehr bewässern, um trotz Trockenheit gute Erträge zu erzielen. Wer sich nicht an die Allgemeinverfügung hält und auch bei höheren Windgeschwindigkeiten beregnet, riskiert im Einzelfall ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro nach dem Wasserhaushaltsgesetz.

Wie stark der Wind weht, erfahren Landwirte und alle Interessierten über das Portal ISABEL des Deutschen Wetterdienstes, das kostenlos im Internet unter www.lwk-niedersachsen.de abrufbar ist.