Ferienlehrgang: Lüneburger zu interkulturellen Jugendleitern ausgebildet

Kultur + Gesellschaft Von Redaktion | am Mi., 14.08.2019 - 20:00

Wie leite ich eine Gruppe, wie vermittele ich in Konflikten und wie plane ich eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung? Besonders Jugendleiter brauchen in diesen Bereichen Fähigkeiten. In Lüneburg absolvierten nun (29. Juli bis 3. August 2019) 16 junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren die sogenannte JULEICA-Ausbildung. „Ein besonderer Fokus lag darauf, andere Kulturen verstehen zu lernen und das Miteinander zwischen Menschen verschiedener Herkunft zu verbessern“, so Karin Kuntze vom Bildungs- und Integrationsbüro (BIB). Die Einrichtung veranstaltete das Sommerferienangebot gemeinsam mit dem AWO-Jugendwerk. Die Männer und Frauen kamen aus Eritrea, Vietnam, dem Iran, arabischen sowie osteuropäischen Ländern.
In verschiedenen Übungen und Spielen bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick in psychologische und pädagogische Grundlagen für die Arbeit als Jugendleiter. Außerdem standen das Kinder- und Jugendschutzrecht sowie Ziele, Methoden und Aufgaben der Jugendarbeit auf dem Programm. Insgesamt umfasste der Ferienlehrgang 50 Unterrichtsstunden. In einem Block besuchte die Gruppe den Lüneburger Treffpunkt für LSBTTIQ-Themen (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transsexuell, Transgender, Intersexuell, Queer) „checkpoint queer“. Spannend war u.a. eine Übung, in der verschiedene Leitungsstile ausprobiert und bewertet wurden. „Anhand einer ganz banalen Aufgabe – die Jugendlichen sollten Gemüse schneiden – haben die Teilnehmenden unterschiedliche Formen der Gruppenleitung kennengelernt, darunter der autoritäre, der kooperativ-demokratische und der entspannte laissez-faire Stil“, berichtet Kuntze. „Dadurch konnten sie ein Gefühl dafür entwickeln, welche Form für welche Situation geeignet ist.“

In einem Workshop gab Marc Rath, Chefredakteur der Landeszeitung, den jungen Lüneburgern Werkzeuge für die effektive Pressearbeit an die Hand. Um das gewonnene Wissen praktisch einzusetzen, sollten die Jugendlichen schließlich ihre Fähigkeiten einschätzen und bündeln, um in Teams ein Spielefest zu planen. Die Absolventen erhielten nicht nur interkulturelle Kompetenzen und ein Teilnahmezertifikat, sondern können auch an einem kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs teilnehmen. Die Kosten für die Ausbildung inklusive Verpflegung übernahm der Rotary-Club Lüneburg.