Fundtiere versorgen, Fachwissen vermitteln - Fledermausbeauftragte stellt Arbeit vor

Umwelt Von Extern | am Di., 17.11.2020 - 21:27

LÜNEBURG. Bei Fragen zum Kleinen Abendsegler oder Braunen Langohr ist sie die beste Ansprechpartnerin: Meike Martin hat im vergangenen Jahr ehrenamtlich die Aufgabe als Fledermausbeauftragte im Landkreis Lüneburg übernommen. In dieser Funktion berät sie Menschen, die sich näher mit den Säugetieren auseinandersetzen möchten. Außerdem kümmert sie sich um verletzte Fundtiere und erklärt, wie man den eigenen Garten fledermausfreundlich gestalten kann.  

Aktuell ist die Lage etwas ruhiger, viele Fledermäuse haben ihren Winterschlaf bereits begonnen. Doch wenn die Tiere im Frühjahr erwachen, wird das Telefon bei Meike Martin wieder häufiger klingeln. „Das Arbeitspensum ist über die Frühlings- und Sommermonate deutlich höher als im Winter. Im Mai und Juni werden die Jungtiere geboren, die sich dann im Herbst gerne ausprobieren und sich auch mal in Wohnungen verirren“, schildert die Diplom-Biologin. Rund 20 verschiedene Arten leben in der Region, Meike Martin kennt sie alle. „Fledermäuse sind einzigartige Lebewesen“, schwärmt sie. „Die Tiere haben eine hohe Relevanz für unser Ökosystem.“

Doch viele der heimischen Arten sind selten geworden – auch im Landkreis Lüneburg. Deswegen gibt Meike Martin Tipps für den eigenen Garten, um diesen für Fledermäuse attraktiv zu machen. „Wichtig sind Wasserstellen sowie Rückzugsmöglichkeiten wie Baumritzen oder aber auch Fledermauskästen, in denen sich die Tiere gerne mal aufhalten“, listet sie auf. „Nachtblühende Pflanzenarten wie Kräuter oder Nelkengewächse sind ebenfalls von Vorteil.“ Und das hat einen speziellen Grund: Nachtblühende Gewächse locken unter anderem Motten an – eine wichtige Nahrungsquelle der Fledermäuse.

Oft genug erhält Meike Martin Nachrichten über verletzte oder unterernährte Fundtiere, die sie dann teilweise selbst wieder aufpäppelt. Im Landkreis Lüneburg wurden seit Februar diesen Jahres 14 Fledermäuse bei ihr abgegeben. Bis zu drei Stunden täglich steckt die Diplom-Biologin in die Betreuung. Ziel ihrer Arbeit sei es immer, die Tiere am Ende wieder auszuwildern. Mehrmals war sie damit schon erfolgreich. „Das sind immer unbeschreibliche Momente“, betont Meike Martin. Zwei Jungtiere aus dem vergangenen Jahr sind ihr in besonderer Erinnerung geblieben. „Die beiden haben sich toll entwickelt und sich auch miteinander unglaublich wohlgefühlt – sie waren wie beste Freunde. Am Ende konnte ich die zwei gemeinsam im Garten des Finders wieder freilassen.“

Mit anderen Regionalberatern tauscht sich Meike Martin regelmäßig über Fledermäuse aus, bildet sich fort und übernimmt ab und zu auch Pflegetiere von ihren Kolleginnen und Kollegen. Die Arbeit macht der Fledermausbeauftragten Spaß, auch wenn die Aufgaben oft zeitintensiv und anstrengend sind. „Ich bin dankbar für das Vertrauen vom Landkreis“, betont Meike Martin. „Für mein Engagement bekomme ich von vielen Seiten immer wieder Zuspruch, das ist eine schöne Wertschätzung. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass es für den Schutz von Fledermäusen noch viel zu tun gibt.“

Wer eine Fledermaus in seinem Garten findet oder Fragen zu den Tieren hat, kann sich an Meike Martin wenden. Das geht telefonisch unter 04131 26-1373 beziehungsweise -1586 oder per E-Mail an umwelt@landkreis-lueneburg.de.