Großangelegte Kontrollen zur Einbruchsprävention

Polizei + Feuerwehr Von Extern | am Di., 28.01.2020 - 16:34

LÜNEBURG/AMELINGHAUSEN/GELLERSEN. Im Rahmen des Maßnahmen- & Präventionskonzepts gegen Wohnungseinbrüche war die Polizei auch am gestrigen 27.01.20 aktiv in der Region. In Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspolizei Lüneburg kontrollierten mehr als ein Dutzend Beamte im Rahmen von Kontrollstellen im westlichen Landkreis sowie mobil in zivil diverse Fahrzeuge und Personen.

Dabei kontrollierten die Beamten in den Nachmittags- und Abendstunden mehr als 45 Fahrzeuge sowie mehr als 50 Personen. In Westergellersen stellten die Polizeibeamten auf der Landesstraße 216 gegen 18:15 Uhr einen 50 Jahre alten Fahrer eines Pkw VW aus Gifhorn ohne Führerschein fest. Parallel war gegen 19:00 Uhr ein 55 Jahre alter Fahrer eines Pkw VW Golf alkoholisiert. Entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet. In Vögelsen kontrollierten Beamte auch einen verdächtigen Pkw mit zwei montenegrinischen Staatsbürgern. Hier dauern die weiteren Ermittlungen an. Weitere Kontrollen sind angekündigt.

Zum Hintergrund teilt die Polizei mit:

"Helfen Sie aktiv mit! - Einbruchschutz betrifft jeden!" - Nach einem mehr als erfreulichen Rückgangs bei den Haus- und Wohnungseinbrüchen seit dem Jahr 2016, waren insbesondere reisende Täter in den Monaten November, Dezember 2018 und Januar 2019 in der Region aktiv. Im weiteren Verlauf des Jahres 2019 gingen die Einbruchzahlen in der Region erfreulicherweise wieder zurück, jedoch bleiben die Ermittler weiter wachsam, denn "trotz grundsätzlich sinkender Fallzahlen ist jeder Einbruch ein Einbruch zu viel!" Die abschließenden Zahlen zum Jahr 2019 wird die Polizei zeitnah im Rahmen ihrer Präsentation zur Polizeilichen Kriminalstatistik vorstellen.

Neben den verschiedenen offenen und verdeckten polizeilichen Kontroll- und Ermittlungsmaßnahmen (auch in Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspolizei) setzt die Polizei weiterhin insbesondere auch auf die Prävention (u.a. Einbruchschutzberatung) sowie die aktive Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger.

Dass Einbruchschutz wirkt lasse sich  mit Zahlen belegen: Im Jahr 2016, 2017 und 2018 blieben jeweils mehr als 35 Prozent aller Einbrüche im Versuch "stecken"- Tendenz steigend. Sicherungstechnik schreckt Einbrecher ab. Sie bedeutet längere Arbeitszeit = größeres Entdeckungsrisiko. ... so dass Einbrecher bei gut gesicherten Fenstern und Türen ihren Einbruchsversuch bereits nach wenigen Minuten abbrechen.

Parallel setzten die Ermittler auch auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger! - "Einbrecher, Diebe oder Trickdiebe können Ihnen auffallen, wenn Sie Augen und Ohren offen halten", heißt es von Seiten der Polizei. Um diese ungefiltert aktuell entgegennehmen zu können, hat der Ermittlungsbereich Wohnungseinbruchdiebstahl für Hinweise der Bevölkerung weiterhin eine gesonderte Erreichbarkeit unter Tel. 04131-8306-1991 ("WED-Hinweis-Telefon") eingerichtet. Über diese Nummer können Bürger (auch außerhalb von akuten Einsatzanlässen) Hinweise an die Ermittler telefonisch weitergeben. Parallel steht dazu auch weiterhin die Email: wed@pi-lg.polizei.niedersachsen.de zur Verfügung.

Bei aktuellen/akuten Hinweisen oder Einsatzlagen werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten den Notruf über 110 zu wählen, ... damit entsprechende Einsatz- und Fahndungsmaßnahmen sofort erfolgen können.

So agieren die Einbrecher

"Es kann in vielen Fällen davon ausgegangen werden, dass es sich bei den Tätern nicht um örtliche Einbrecher handelt, sondern um Personen, die sich in der Region Hamburg aufhalten und die mindestens zu zweit auftreten", so ein Ermittler. Sie "schwärmen" von dort ins Umland aus; immer auf der auf Suche nach neuen Tatorten. Dabei werden die Einbrüche entweder bei Tageslicht oder mit Einsetzen der Dunkelheit begangen. Da die Täter unter allen Umständen vermeiden möchten, mit den Bewohnern der potentiellen Tatobjekte zusammen zu treffen, müssen die Häuser unmittelbar vor der Tat ausgekundschaftet werden. Dazu trennen sich die Personen, die zuvor in der Regel in einem Pkw zum jeweiligen Zielort (Siedlung, Ort, Straßenzug) angereist sind. Zunächst einmal suchen die Täter von der Straße aus nach entsprechenden Objekten. Es wird darauf geachtet, ob Kraftfahrzeuge/Fahrräder auf dem Grundstück stehen, ob der Brief - oder Zeitungskasten gefüllt ist, oder andere Merkmale dafürsprechen, dass die Bewohner außer Haus sind. Gerade in den Dämmerstunden am Morgen und Nachmittag sowie insbesondere am Abend sollte parallel eingeschaltetes Licht den Eindruck von "Anwesenheit" vermitteln.

Um sich letzte Klarheit zu holen, treten die Täter an das Haus heran, klingeln, klopfen oder rufen nach den Bewohnern. Meldet sich jetzt eine Person, werden fadenscheinige Begründungen geliefert. Ist offensichtlich kein Bewohner vor Ort, so kam es in der Vergangenheit auch vor, dass die Täter das Objekt für sich "sichern", indem im Bereich des Hauseinganges Veränderungen vorgenommen werden, die der heimkommende Bewohner entdecken muss und beseitigen würde.

Die angereisten Täter treffen sich anschließend und dürften nach bestimmten Kriterien die Objekte auswählen, in die nunmehr eingebrochen werden soll. Auch bei der Tatausführung dürfte zumindest ein Täter etwas abgesetzt vom Objekt "Schmiere" stehen.

Die Ermittlungen der Polizei gestalten sich bei diesem Deliktsfeld äußerst schwierig, was auch darin begründet ist, dass Tatverdächtige nur ganz selten namhaft gemacht werden können. Aber genau hier ist der aufmerksame Bürger und Nachbar gefordert! Jedermann soll dazu aufgerufen werden, in seinem Wohnumfeld auf Personen und Kraftfahrzeuge zu achten, die nicht in das normale Ortsbild passen, von Haus zu Haus gehen, betont langsam durch Wohnsiedlungen fahren oder zu Fuß schlendern. Achten Sie auf Personen, die sich nach dem beschriebenen Muster bewegen, notieren sie sich Kennzeichen von Fahrzeugen die sich auffällig verhalten und eigentlich nicht in in ihr Wohnumfeld gehören. Am allerwichtigsten aber ist es, dass Sie die Polizei sofort informieren!

Die Polizei bittet insbesondere: - Notieren Sie Kennzeichen, Fahrzeugtyp und -farbe von fremden Fahrzeugen in Ihrer Umgebung. - Prägen Sie sich das Aussehen von unbekannten Personen in Ihrer Umgebung ein. - Achten Sie auch auf Vorkommnisse bei Ihren Nachbarn. - Teilen Sie ihre Beobachtung umgehend der Polizei mit, in Notfällen und dringenden Verdachtsfällen wählen Sie 110

Hinweise/Tipps (auch unter www.k-einbruch.de)

Ein Einbruch in die eigenen vier Wände ist für viele Menschen ein großer Schock. Die Verletzung der Privatsphäre, das verlorengegangene Sicherheitsgefühl oder auch schwerwiegende psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, sind für die Betroffenen meist schlimmer als der rein materielle Schaden.

Durch richtiges Verhalten und die richtige Sicherungstechnik können jedoch viele Einbrüche verhindert werden. Unter www.k-einbruch.de informiert die Polizei, wie Sie Ihr Zuhause wirkungsvoll schützen können und welche Sicherungstechnik für Sie geeignet ist. Außerdem erfahren Sie hier, wie der Staat Einbruchschutz fördert oder wie Sie Teil des K-EINBRUCH-Netzwerkes werden können. Kostenlose Tipps und Ratschläge erhalten Sie auch bei Ihrer nächstgelegenen (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle.

Wertsachen, die offen in der Wohnung oder im Hause herumliegen, locken Einbrecher an. Dem können Sie vorbeugen, indem Sie Ihre Schmuckstücke, Dokumente oder sonstige Wertsachen in entsprechenden Wertbehältern aufbewahren. Vor der Anschaffung eines Wertbehältnisses sollten Sie sich durch eine (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle individuell beraten lassen. So schützen Sie sich: Lassen Sie Ihre Wertsachen zu Hause nicht offen herumliegen, sondern bewahren Sie sie in einem Wertbehältnis auf.

Kennzeichnen Sie Ihre Wertsachen individuell und dauerhaft. Erfassen Sie die wichtigsten Daten in einer Wertsachenliste und fertigen Sie Farbfotos an. Als wertvolle Hilfe zur Katalogisierung Ihrer Wertgegenstände empfehlen wir Ihnen eine Wertgegenstandsliste (auch als download unter www.k-einbruch.de).