Grundschule Lüne: Hansestadt bleibt mit Eltern in engem Kontakt über Schadstoff-Untersuchungen

LÜNEBURG. Mehr als drei Stunden Zeit nahmen sich vorgestern Abend Vertreter der Hansestadt Lüneburg sowie der beauftragte Sachverständige aus Hamburg, Dr. Alexander Berg, um Fragen von Eltern zu möglichen Schadstoffen an der Grundschule Lüne zu beantworten. Die Fragen waren aufgekommen, nachdem die Hansestadt in den vergangenen Wochen verschiedene Arbeiten ausführen ließ: Zum einen wurden Materialproben für ein Schadstoffkataster gezogen und ausgewertet als reguläre Vorbereitung für den ab 2020/21 anstehenden grundlegenden Umbau der Grundschule zur Ganztagsschule, zum anderen wurden Kabel für die Not- und Sicherheitsbeleuchtung sowie den Hausalarm verlegt, um aktuellen Brandschutz-Vorgaben nachzukommen.

Es waren viele Fragen und nicht alle konnten am Montag geklärt werden. Bildungsdezernentin Pia Steinrücke, die durch den Abend leitete, sagte den Eltern zu, dass die Hansestadt in engem Kontakt mit den Eltern bleiben und offene Fragen weiter aufarbeiten werde. „Wir nehmen Ihre Sorgen sehr, sehr ernst“, betonte Steinrücke.

Einige Fragen und Antworten des Abends:
Frage: Sind die Materialproben für das Schadstoffkataster ausgewertet und welche Ergebnisse liegen vor?

Antwort: Die Proben sind ausgewertet. Bei drei von 99 Proben gab es einen Asbestbefund. Die drei belasteten Proben stammen aus dem Treppenhaus am Haupteingang. Dort sind vermutlich in zurückliegenden Jahren asbesthaltige Putze bzw. Spachtelmaterialien verwendet worden. Sobald das ganze Gutachten des beauftragten Sachverständigenbüros AB Dr. A. Berg GmbH aus Hamburg vorliegt, wird es sowohl auf der Homepage der Schule als auch auf der Homepage der Hansestadt veröffentlicht.

Frage: Warum wurden schon vor Auswertung dieser Proben Löcher in den Wänden gebohrt für die Brandschutzarbeiten?

Antwort: Die Brandschutzarbeiten waren Folge einer Brandschau, wie sie regelmäßig an allen Schulen stattfindet. Die Risikoabschätzung des Fachbereichs Gebäudewirtschaft ergab, dass damit nicht unnötig lange gewartet werden sollte. Daher hatte die Stadt Mitte 2018 den Auftrag erteilt ab Anfang 2019 die Kabel für Not- und Sicherheitsbeleuchtung sowie Hausalarm zu verlegen. Die bis dato vorliegenden Erkenntnisse über mögliche Schadstoffe in den Schulgebäuden schienen nicht dagegen zu sprechen. Die Löcher sind inzwischen verschlossen, die Brandschutzarbeiten pausieren.
Für kleinere Arbeiten, etwa auch zum Brandschutz, hat die Hansestadt bislang nie vorab ein Schadstoffkataster erstellen lassen – dieses ist bislang ausschließlich in Vorbereitung größerer Bauvorhaben üblich.

Frage: Welche Gefahr könnte von diesen Brandschutzarbeiten ausgegangen sein?

Antwort: Sachverständiger Dr. Berg – der mit den Brandschutzarbeiten nicht betraut war – fasst seine fachliche Einschätzung dazu so zusammen, dass ein Aufkleben oder Annageln von Halterungen etwa für Kabel völlig unproblematisch sei. „Eigentlich nur flächige Arbeiten“ wie Schleifen oder Fräsen, seien „erheblich“.

Die Hansestadt wird nun noch einmal genauestens nacharbeiten, welche Arbeiten für das Verlegen der Kabel im Treppenhaus vorgenommen wurden.
Weitere Beprobungen an der Stelle sollen helfen die Wirkung der vorgenommenen Arbeiten genauer zu ermitteln.

Frage: Was ist mit der Belastung der Pausenhalle? Bei einigen Kindern/Eltern kam es so an, dass diese gesperrt ist und nicht mehr betreten werden darf.

Antwort: Es gab und gibt keine solche Anweisung der Hansestadt als Schulträger.
Die Schulleiterin erklärte am Abend, sie habe nach Gesprächen mit einer Mutter als „Entgegenkommen“ einen alternativen Weg durch die Brandschutztür (statt durch die Pausenhalle) freigegeben.

Die Halle wurde 2014 vom Bremer Umweltinstitut auf Schadstoffe untersucht, nach einer gründlichen Auswertung gab es dazu mehrere Gespräche (2014, 2016, 2017) – in Abstimmung mit Schulleitung, Elternvertreter und dem beauftragten Gutachter wurde Einvernehmen darüber erzielt, dass die Räume regelmäßig zu lüften und nicht für den dauernden Aufenthalt vorzusehen sind. Die Sanierung bzw. der Abriss des sogenannten Zwischenbaues soll im Zuge der Umsetzung des Umbaus zur Ganztagsschule erfolgen. Ein gesundheitliches Risiko wurde ausgeschlossen. Für die Pausenhalle gibt es keine neue Einschätzung.

Frage: Kann die Hansestadt den Schulbetrieb an der Grundschule Lüne weiter verantworten?

Antwort: „Eine Schulschließung hier ist für mich ganz sicher nicht angemessen.“ (Dr. Berg) Pia Steinrücke sagte: „Sie können Ihre Kinder bedenkenlos in die Schule schicken.“ Die Schulleitung hat am Dienstag die Eltern auch noch einmal demgemäß informiert.

Wie geht es weiter?
· Der Bauausschuss der Schule soll in Kürze erneut einberufen werden. Dem Bauausschuss gehören neben Eltern, Lehrkräften, Schulleitung und Architekt die Vertreter der Bereiche Gebäudewirtschaft und Bildung der Hansestadt an. Er hatte zuletzt im Januar, März und Mai 2019 getagt und soll dafür sorgen, dass vor allem Informationen rund um den grundlegenden Umbau mit der Schule eng abgestimmt werden und dass diese Informationen möglichst alle Eltern erreichen.

· Die Hansestadt wird so genau wie möglich nacharbeiten, welche Arbeiten für das Verlegen der Kabel im Treppenhaus vorgenommen wurden.

· Die Hansestadt lässt vom Gutachter eine Reihe Proben im Treppenhaus sowie in Klassenräumen nehmen und untersuchen, um den Eltern zusätzliche Sicherheit zu geben, was mögliche Auswirkungen der Brandschutzarbeiten angeht.

· Über diese und weitere Schritte wird die Hansestadt unter anderem auf der städtischen Internetseite fortlaufend informieren. (Dort sind aktuell die Präsentation vom Info-Abend und das Schreiben der Schulleitung an die Eltern einzusehen.)