Hausaufgabenzettel für Erwachsene – Kinder und Jugendliche mit vielen Ideen in Oedeme

Politik Von Extern | am Do., 06.05.2021 - 14:08

LÜNEBURG. Rasende Autos, der Zustand von Fuß- und Radwegen, das neue Jugendhaus, Spiel- und Bolzplätze sowie Umwelt, Natur und das Erscheinungsbild des Stadtteils – all das hatten Kinder und Jugendliche zum Thema der dritten Kinder- und Jugendkonferenz gemacht, die jetzt in Oedeme stattfand. In fünf Kleingruppen brachten über 30 Jungen und Mädchen im Alter von 8 bis 13 Jahren – angeleitet vom Team der Stadtjugendpflege sowie Kooperationspartnern – ihre Gedanken, Anregungen und Ideen ein.

So wünschten sich die Jugendlichen in der Gruppe „Umwelt/Natur/Stadtbild“ unter anderem mehr Müllsammelaktionen, das Anlegen eines Blühstreifens sowie den Bau von Insektenhotels – und schlugen zum Teil auch konkrete Orte und Projekte für die Umsetzung vor. In der Spielplatz-Gruppe wurde der Wunsch nach mehr Spielgeräten für ältere Kinder deutlich. „Sie waren der Meinung, dass für die Kleinen viel geboten wird, aber für die Acht- bis Zwölfjährigen einfach zu wenig“, erklärt Daniela Olbrich, Mitarbeiterin im Team der Stadtjugendpflege und Leiterin des Jugendtreffs Oedeme.

Eine Veränderung in Sachen Jugendtreff bringt der bevorstehende Bau eines Oedemer Stadtteilhauses mit sich. Denn der Jugendtreff wird dann aus seiner gewohnten Umgebung aus- und in das neue Gebäude einziehen. Wie soll der Treff dann eingerichtet werden? Wie kann das Programm aussehen und inwieweit können Kinder und Jugendliche dieses mitgestalten? Mit diesen Fragen setzte sich eine Gruppe auseinander. Ihre Ergebnisse stellten die Jungen und Mädchen dann in einer Videokonferenz gegenseitig vor.

„Wir nehmen die Wünsche und Anregungen nun mit in Gespräche und nutzen das Expertenwissen“, kündigt Daniela Olbrich an. Und mit Experten meint sie in diesem Fall die Kinder und Jugendlichen. Sie spricht von einem „Hausaufgabenzettel für die Erwachsenen“, den es jetzt abzuarbeiten gilt. Wobei bei einigen Themen auch die Kids selbst aktiv werden können und wollen. Die Blühstreifen und ein Insektenhotel könnten zum Beispiel gut als Aktion im Sommerferienprogramm des Oedemer Jugendtreffs eingebaut werden. In etwa zwei Monaten, am 7. Juli, wird es ein Nachtreffen geben, bei dem die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit dem Team der Stadtjugendpflege schauen werden: Wie ist der Stand der einzelnen Projekte? Was ist bereits passiert?

Dann – so hofft Daniela Olbrich – können alle Beteiligten auch wieder als Gruppe in einem Raum zusammenkommen. Die Konferenz fand corona-bedingt in fünf Gruppen statt. Vier davon trafen sich an vier verschiedenen Orten, die fünfte Gruppe traf sich digital. „Das Format war für uns auch Neuland“, sagt Jens Döhrmann, Teamleiter der Stadtjugendpflege, „aber alle waren echt begeistert dabei, haben super toll mitgearbeitet.“ Für die Jugendpfleger ist die Beteiligung der Kinder unerlässlich: „Sie haben ein Recht darauf, bei allem, was ihr Umfeld betrifft, mitzureden oder sogar mitzumachen.“

Das sieht auch Sozialdezernentin Pia Steinrücke so: „Mitbestimmung im Kleinen mit den Großen vor Ort ist Eckpfeiler und aktive Gestaltung der Zukunft. Ich bin froh, dass wir die Kinderkonferenz digital durchführen können. Danke an alle, die mitgewirkt haben.“ Christel John, Ortsbürgermeisterin von Oedeme, zeigt sich begeistert von dem Engagement der Jungen und Mädchen, die tiefer in die Themen eingestiegen seien, als sie erwartet habe. „Wir Erwachsenen sind manchmal fast schon ein bisschen betriebsblind. Da war es schön zu sehen, auf welche ungewöhnlichen Ideen und Lösungen die Kinder kommen“, erklärt Christel John und fügt hinzu: „Jetzt wollen wir ihnen zeigen, dass etwas passiert und einige ihrer Ideen umgesetzt werden.“

Einen Dank richtet die Stadtjugendpflege an die Kooperationspartner, die bei der Vorbereitung und der Durchführung geholfen haben: die Grundschule Hasenburger Berg, der Kreissportbund Lüneburg, die Oberschule Oedeme, die St.-Michaelis-Kirchengemeinde, die Jugendfeuerwehr Oedeme und der MTV Treubund Lüneburg.