Schulz-Hendel: „Jetzt Bremsen lösen und Weichen stellen für die Bahnstrecke nach Amelinghausen und Bleckede“

Politik Von Extern | am Fr., 16.07.2021 - 21:40

LÜNEBURG. Die Grünen im Niedersächsischen Landtag fordern mehr Tempo, um die Potenziale der Bahnstrecken von Lüneburg nach Amelinghausen und von Lüneburg nach Bleckede schnellstmöglich für den Personennahverkehr zu nutzen. Auch wenn ein Zwischenbericht im Mobilitätsausschuss des Landkreises erste positive Signale aussendet, sei jetzt die von SPD und CDU geführte Landesregierung aufgefordert aktiv zu werden. Die Reaktivierung beider Strecken biete nicht nur die Chance mehr Pendlerinnen und Pendler zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen. Vielmehr würden beide Strecken an Ihren Achsen große Chancen zur Entwicklung der Siedlungsstrukturen im ländlichen Raum bieten. Neben der Bedeutung für die Pendlerverkehre bieten beide Strecken auch die Möglichkeit von der Verlagerung einiger Schülerverkehre aus überfüllten Schulbussen auf die Bahn.

Am Mittwoch hat die Grünen Landtagsfraktion ihre neue Broschüre zur Reaktivierung von Bahnstrecken vorgestellt. Zwei Jahre haben die Grünen an dieser Broschüre gearbeitet, um aufzuzeigen, welche Streckenpotenziale in Niedersachsen zur Wiederinbetriebnahme geeignet sind. Dazu gehören auch die beiden Bahnstrecken im Landkreis Lüneburg.

„Die Reaktivierung beider Bahnstrecken im Landkreis würde die Anbindungen an die Heide und die Elbe deutlich verbessern“, sagt der Abgeordnete Detlev Schulz-Hendel aus Amelinghausen. Doch leider liegt das Engagement der Landesregierung hier genauso brach, wie die Bahnstrecke. "Und im Landkreis Lüneburg sind wir nicht alleine, landesweit gibt es etliche Strecken, die wieder in Betrieb genommen werden könnten. Alleine unsere Broschüre listet 62 Strecken auf und die Liste ist nicht abschließend. Doch damit die Reaktivierung in den Kommunen an Fahrt aufnehmen kann, muss auch die Landesregierung aktiv werden, denn der Regionalbahnverkehr ist Landesaufgabe. Eigentlich hatten SPD und CDU dies in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt - doch konkret passiert ist noch nichts.“

„Unter Grüner Regierungsbeteiligung sind wir wichtige Schritte gegangen, die nun weitergeführt werden müssten. Dass nun nicht einmal Machbarkeitsstudien in den Kommunen von der Landesregierung finanziert werden, ist sehr bedauerlich“, beklagt Schulz-Hendel und betont die Forderung: „Der vor 2017 bestehende überparteiliche Lenkungskreis ist eine Grundvoraussetzung, damit Niedersachsen Strecken zur Bundesförderung anmelden kann. Er muss schnell wieder ins Leben gerufen werden und das nicht erst nach der nächsten Landtagswahl. Insbesondere ist das Verkehrsministerium gefragt, eine landeseigene Konzeption zu entwickeln, damit die potenziellen Strecken schnellstmöglich zur Bundesförderung angemeldet werden können. Ansonsten bleibt der regionale Bahnverkehr auf dem Abstellgleis.“

Die Broschüre ist zu finden unter: https://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/