Verkehrssicherung und Laubholzernte in der Försterei Barendorf

Umwelt Von Extern | am Do., 09.01.2020 - 17:06

SCHARNEBECK. In der Revierförsterei Barendorf beginnt im Januar 2020 die Laubholzernte mit Blick auf die Verkehrssicherung und die klimaangepasste Waldverjüngung. Ein besonderer Schwerpunkt der forstlichen Maßnahmen liegt dabei in dem Revierteil „Drögeholz“. Das Drögeholz liegt zwischen den Ortschaften Adendorf und Scharnebeck, es wird vom Elbe-Seitenkanal in zwei Hälften geteilt.  Wanderer, Jogger, Fahrradfahrer und anderen Naturliebhaber sind hier gerne unterwegs. 

Holger Kapell, Leiter der Revierförsterei Barendorf erklärt: „Dem aufmerksamen Waldbesucher ist sicherlich aufgefallen, dass viele Buchen bereits im Frühherbst 2019 keine oder nur noch wenige Blätter hatten. Ursache war die große Dürre in den beiden Jahren 2018 und 2019 mit gleichzeitig hohen Temperaturen. Der Boden war bis auf 2 Meter Tiefe pulvertrocken und viele alte Buchen sind regelrecht verdurstet“.

Das Holz der alten absterbenden Buchen wird sehr schnell von holzzerstörenden Pilzen zersetzt. Dies hat zwei sehr unangenehme Folgen. Erstens wird die Waldarbeit und das Betreten des Waldes sehr gefährlich, da jederzeit morsche Äste und Kronenteile aus den kranken oder toten Buchen herabstürzen können. Zweitens wird das Holz sehr schnell entwertet. Es kann nicht mehr zu Sägeholz verarbeitet und somit als klimafreundlicher Rohstoff genutzt werden.

„Im Drögeholz gilt es nun die Sicherheit für die Waldbesucher wiederherzustellen, gleichzeitig möchte ich aber auch einige alte reife Buchen ernten und verkaufen bevor ihr Holz entwertet wird. Aber, ich werde auch darauf achten, dass aus Naturschutzgründen ein Anteil stehendes und liegendes Totholz im Wald verbleibt, sofern davon keine Gefahr für die Waldbesucher ausgeht“, wirbt Kapell um Verständnis für die Maßnahmen.

Die kleinen Buchen und Bergahorne im Unterstand haben die Dürreperiode ganz gut überstanden. Sie haben von dem bisschen Regen profitiert, der die oberste Bodenschicht befeuchtet hat. „Diese jungen Bäume haben sich natürlich eingefunden, sie stammen nicht aus Pflanzung und sie sollen im Drögeholz die nächste Waldgeneration bilden. Durch die Entnahme einiger großer alter Bäume gebe ich ihnen dosiert Licht damit sie sich gut weiterentwickeln können“ erklärt der vorausschauende Förster sein Konzept für einen zukunftsfähigen klimaangepassten Wald. 

Peter Wendt, Leiter des Forstamtes Sellhorn ergänzt: „Während das durch Borkenkäfer geschädigte Nadelholz nach den Dürresommern 2018/2019 in großen Massen zwangsweise angefallen ist, ist die Nachfrage nach frisch geerntetem Laubholz derzeit groß. Hochwertige erntereife Laubbäume werden nur in der kalten Jahreszeit, wenn der Wasser- und Nährstofftransport unter der Rinde ruht, geerntet. Sägewerke und andere Holz verarbeitende Betriebe sind auf diesen Ernte-Rhythmus eingestellt, sie benötigen dringend hochwertiges Frischholz, unter anderem zur Produktion von Möbeln“.

Das Forstamt Sellhorn bittet um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen bei den gewohnten Waldbesuchen. „Bei aller Umsicht und Vorsicht werden sich Schäden an einzelnen Wegen nicht vollständig verhindern lassen, bei geeigneter Witterung richten wir sie aber wieder her. Auf unsere Waldbesucher wird der Wald nach den Arbeiten vorübergehend unordentlich wirken. Kronenholz und einige Bäume bleiben im Wald liegen, um den ökologisch wertvollen Totholzanteil weiter zu erhöhen“, wirbt Kapell um Verständnis. Abgesperrte Waldwege dürfen wegen fallender Bäume und Kronenteile während der Erntearbeiten auf keinen Fall betreten werden, hier besteht Lebensgefahr.