Mineralwasser-Brunnen und Wassermanagement im Umweltausschuss

Politik Von Extern | am Fr., 18.09.2020 - 10:21

LÜNEBURG. Grundwasser gehört allen – wer aber darf es nutzen und wofür? Wie können wir die lebenswichtige Ressource für die Zukunft erhalten? Diese Fragen standen diese Woche auf der Agenda des Umweltausschusses, wie die Kreisverwaltung mitteilt. Rund 50 Bürgerinnen und Bürger waren zur Sitzung ins Kulturforum Gut Wienebüttel gekommen. Sie nutzten die Gelegenheit und stellten Fragen zum Wasserrechtsverfahren mit der Apollinaris Brands GmbH, die bei Vögelsen einen weiteren Mineralwasser-Brunnen bauen will. Das genaue Vorgehen mit zahlreichen Fakten und Unterlagen hatte der Landkreis Lüneburg zuvor zum Nachlesen auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Über den aktuellen Stand informierte Fachdienstleiter Stefan Bartscht Politik und Gäste: „Das Unternehmen bereitet momentan den Pumpversuch vor, der im Oktober starten soll.“ Auf der Grundlage des Versuchs wird ein Gutachten erstellt, das die Auswirkungen der Wasserentnahme bewertet. „Ohne Pumpversuch und Gutachten gibt es keine Erlaubnis für die Mineralwasser-Entnahme“, so Stefan Bartscht. Kritisch sieht sein Fachdienst, dass das abgepumpte Grundwasser von höchster Qualität – insgesamt rund 118.000 Kubikmeter – ungenutzt in einen Bach abgeleitet werden soll. „Der Antragsteller überlegt daher, einen kleineren Pumpversuch durchzuführen und zunächst eine geringere Fördermenge zu beantragen, die später erhöht wird“, berichtete der Fachdienstleiter die neueste Entwicklung. „Das werden wir kritisch prüfen.“ Klar ist bereits jetzt: Das Erlaubnisverfahren für die Mineralwasser-Förderung wird öffentlich sein.

Wieviel Grundwasser zur Verfügung steht und wie die kostbare Ressource genutzt wird, darüber soll künftig ein Wassermanagement-Konzept den Überblick geben. Außerdem zeigt es alternative Nutzungs- und Einsparmöglichkeiten auf. Die Ausschussmitglieder sprachen sich dafür aus, dass der Landkreis gemeinsam mit Partnern ein solches Konzept erarbeiten lässt. „Das Land hat für die Kooperation einmalig 300.000 Euro Fördermittel in Aussicht gestellt“, erklärte Stefan Bartscht. „Der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände in Uelzen bereitet gerade den gemeinsamen Antrag vor.“

Ebenfalls auf der Agenda des Ausschusses: Eine Resolution an Land und Bund, die Gesetze zur Wassernutzung zu verschärfen. Abschließend entscheidet darüber der Kreistag am 28. September 2020. Auch die Grundwasser-Bilanz wurde vorgestellt. Diese und weitere Unterlagen zum Ausschuss können online unter www.landkreis-lueneburg.de/kreistag abgerufen werden.