„Wir sind nicht mit Handschellen unterwegs“ - Neue Naturschutzwarte für das Hasenburger Bachtal

Umwelt Von Extern | am Mo., 30.08.2021 - 10:44

LÜNEBURG. Die Entwicklungen machen nachdenklich: Laute Partys im Naturschutzgebiet, Müllentsorgung mitten im Wald, Graffiti-Schmierereien an Bäumen. „Corona als Begründung für dieses Verhalten allein ist zu kurz gefasst“, findet die Lüneburgerin Elke Herzog. „Ich glaube eher, dass vielen Menschen das Bewusstsein für Natur und Umwelt fehlt.“ Das aber möchte sie nun ändern: Ab Mittwoch ist sie für den Landkreis Lüneburg als ehrenamtliche Naturschutzwärtin im Naturschutzgebiet "Hasenburger Bachtal" unterwegs. Genauso wie ihr Bekannter Volker Bescht, den sie vor lauter Begeisterung gleich mit ins Boot holte.

Ihre Liebe zur Natur tragen die beiden seit ihrer Kindheit in sich – der Wald war für sie immer so etwas wie das zweite Wohnzimmer. Das hat sich bis heute nicht geändert. „Ich bin jeden Tag draußen unterwegs“, sagt der pensionierte Brigadegeneral Volker Bescht. „Es gibt ständig etwas Neues zu beobachten, man muss nur genau hinschauen.“ Diesen Blick für das Alltägliche und doch so Besondere möchten er und Elke Herzog mit anderen Spaziergängern teilen. „Natürlich schauen wir, ob sich die Menschen an die Regeln halten, aber wir sind nicht mit Handschellen unterwegs“, erklärt der Oerzener lächelnd und verweist auf die wichtigsten Instrumente seiner Arbeit: Argumente, Gespräche und anschauliche Beispiele. „Ich kann dem Hundehalter sagen, dass sein Tier angeleint werden muss – aber wahrscheinlich zeigt dieser Hinweis maximal bis zur nächsten Wegbiegung seine Wirkung“, veranschaulicht Elke Herzog. „Wenn ich aber erkläre, dass ein Rehkitz schon nach einem kurzen Schnüffelkontakt durch einen Hund schutzlos von seiner Mutter zurückgelassen wird, kann das etwas im Bewusstsein ändern.“

Mit diesem großen Ziel sind derzeit nicht nur Elke Herzog und Volker Bescht unterwegs, insgesamt schauen sieben Warte in den Naturschutzgebieten des Landkreises Lüneburg regelmäßig nach dem Rechten. Sie alle teilen die Überzeugung, welche die Lüneburgerin im Gespräch mehrfach betont: „Jeder einzelne kann dazu beitragen, dass die Natur auch künftigen Generationen erhalten bleibt - das ist im Grunde die wichtigste Botschaft, die wir den Menschen mitgeben wollen.“

Informationen zu den Spielregeln in der Natur gibt es im Internet unter www.landkreis-lueneburg.de/naturschutzgebiete.