Neuer Ärztlicher Direktor im Klinikum Lüneburg

Medizin Von Extern | am Fr., 29.05.2020 - 17:16

LÜNEBURG. Das Städtische Klinikum Lüneburg bekommt einen neuen Ärztlichen Direktor. Nach zwei Amtszeiten von 2012 bis 2020 konnte der bisherige Stelleninhaber Dr. Jörg Cramer vom Chefarztgremium nicht wiedergewählt werden, bleibt dem Klinikum aber als Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie erhalten. An seine Stelle als Ärztlicher Direktor tritt zum 01.06.2020 Prof. Dr. Torsten Kucharzik, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie. Zu seinem Stellvertreter wurde Prof. Dr. Bodo Schniewind gewählt, der seit 2012 Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie ist.

„Dr. Cramer hat als Ärztlicher Direktor einen entscheidenden Anteil an der guten Entwicklung des Städtischen Klinikums in den vergangenen Jahren“ ist Michael Moormann, Geschäftsführer des Klinikums, voll des Lobes über die Zusammenarbeit mit dem scheidenden Direktor. „Er hat mit seiner unaufgeregten und unprätentiösen Art medizinische und wirtschaftliche Belange in Einklang gebracht und stets darauf geachtet, dass die medizinische Qualität trotz aller wirtschaftlichen Zwänge im Gesundheitswesen stets die Maxime des Handelns im Städtischen Klinikum darstellt. Das Klinikum hätte sich für diese Zeit keinen besseren Ärztlichen Direktor wünschen können.“ Andreas Jörß, Vorsitzender des Aufsichtsrats des Klinikums, erinnert daran, dass in Cramers Amtszeit der Erweiterungsbau im laufenden Medizinbetrieb errichtet wurde, ohne dass es in der Patientenversorgung Einschränkungen oder qualitative Einbußen gegeben habe. „Im Gegenteil, auch in dieser Zeit hat er die medizinische Weiterentwicklung des Klinikums forciert und gleichzeitig dafür Sorge getragen, dass sich alle baulichen Tätigkeiten der Patientensicherheit unterordnen mussten.

Er hat an Lösungen mitgewirkt, die das Bauen im laufenden Betrieb erst möglich gemacht haben“. Jörß lobte auch Cramers Fähigkeit, den Aufsichtsratsmitgliedern komplexe medizinische Sachverhalte nahezubringen und die medizinischen Belange im Gremium mit Nachdruck zu vertreten. Kucharzik schätzt an seinem Vorgänger die Fähigkeit, Kompromisse für die zum Teil divergierenden Interessen der zahlreichen Fach- und Berufsgruppen im Klinikum gefunden zu haben, ohne das Gesamtinteresse des Klinikums aus dem Auge zu verlieren. „Dabei zeigte sich Dr. Cramer aber auch konsequent und durchsetzungsstark, wenn es einmal galt, dass Einzelinteressen hinter dem Gesamtziel zurückstehen mussten“ so Kucharzik. Auf den neuen Ärztlichen Direktor warten zahlreiche Herausforderungen. Der Fachkräftemangel im ärztlichen und pflegerischen Bereich bleibt eine Dauerbaustelle.

Auch baulich wird Kucharzik gefordert sein, stehen doch in den kommenden Jahren umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen an, unter denen die Patientenversorgung nicht leiden darf. Nicht zuletzt ändert sich die Aus- und Weiterbildung von Ärzten, auf die das Klinikum mit neuen Konzepten reagieren muss. Und die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten steht auf der Agenda der Gesundheitspolitik ganz oben, so dass auch hier neue Aufgaben auf den zukünftigen Ärztlichen Direktor zukommen. „Prof. Kucharzik sind als bisherigem stellvertretenden Direktor die vielfältigen neuen Aufgaben, die auf ihn zukommen, bewusst. Ich bin sehr froh, dass unsere Chefärzte ihm das Vertrauen ausgesprochen haben und unser Aufsichtsrat und unser Gesellschafter ihm diese anspruchsvolle Aufgabe übertragen haben. Er wird nahtlos an die tolle Arbeit von Dr. Cramer anknüpfen.“ freut sich Moormann über die Komplettierung der Betriebsleitung, der neben dem Geschäftsführer und dem Ärztlichen Direktor noch Michael Kossel als Pflegedirektor angehört