OB-Stichwahl: Keine Wahlempfehlung von der CDU

Politik Von Extern | am Mi., 22.09.2021 - 17:38

Nach intensiven Gesprächen hat sich der Vorstand des CDU-Stadtverbandes Lüneburg gegen eine Parteinahme entschlossen

LÜNEBURG. Weit gefehlt – die CDU ist in keine Schockstarre verfallen, wie die Lüneburger Landeszeitung in ihrer Samstagsausgabe mutmaßte. „Genau das Gegenteil ist der Fall“, betont Alexander Schwake, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Lüneburg. In enger Abstimmung mit der stellvertretenden Vorsitzenden Monika Scherf habe er die lebhafte Diskussion, die noch am Wahlabend losgegangen sei, die Woche über laufen lassen, um ein verlässliches Stimmungsbild einzuholen und den Mitgliedern nach der Enttäuschung über Scherfs dritten Platz im ersten Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl Raum zu geben, sich zu äußern.

„Wir haben intensiv diskutiert, was die Konstellation von Claudia Kalisch und Heiko Meyer in der Stichwahl für Lüneburgs Entwicklung und für die künftige Arbeit im Stadtrat bedeuten kann“, erklärt Schwake. „Zudem haben wir zahlreiche Gespräche quer durch die Parteienlandschaft geführt. Das war wirklich alles andere als eine Schockstarre, das war muntere, lebendige Demokratie“, legt Scherf nach.

Nach Abwägung aller Meinungsbilder habe sich der Vorstand der CDU Lüneburg gestern dazu entschlossen, keine Wahlempfehlung für die Stichwahl am kommenden Sonntag auszusprechen. „Zum einen, weil das Meinungsbild durchaus heterogen ist. Zum anderen trauen wir unseren Mitgliedern und allen, die Monika Scherf gerne als Oberbürgermeisterin gesehen hätten, zu, sich selbst einen Eindruck davon zu verschaffen, wer von den beiden Kandidaten am besten geeignet ist, um die Zusammenarbeit mit Rat, Verwaltung und Stadtgesellschaft so zu gestalten, dass wir wichtige Projekte und Themen für Lüneburg auf den Weg bringen können“, erläutert Schwake die Vorstandsentscheidung.

Weder Heiko Meyer noch Claudia Kalisch können die Christdemokraten überzeugen. „Eine zukünftige Ratsarbeit sollte weder von einem Oberbürgermeister bestimmt werden, von dem wir nicht genau wissen, wofür er steht, noch wünscht man sich eine grün dominierte Stadtpolitik mit einer grünen Oberbürgermeisterin“, so Schwake.