Prämierung: Hansestadt dankt Kleingärtnern für ihr Engagement

Wissenschaft Von Extern | am Mo., 18.11.2019 - 12:46

LÜNEBURG. "Die Kleingärten bieten den Lüneburgerinnen und Lüneburgern einen Ort der Gemeinschaft und Erholung sowie das gute Gefühl selbst etwas zu schaffen, zu gestalten und zu pflegen." Oberbürgermeister Ulrich Mädge nutzte jetzt eine Feierstunde im Rathaus, um allen, die in Lüneburgs Kleingärten Tag für Tag aktiv sind, den Dank und die Wertschätzung der Hansestadt auszusprechen. Die Freizeitgärtner beackern immerhin mehr als 2000 Kleingärten, eine Fläche von 112 Hektar. Die Flächen stellten die für das Zusammenspiel verschiedener Biotope so wichtigen Trittsteine dar und kämen auch unter Klimagesichtspunkten immer mehr ins Spiel, Stichwort CO2-Reduzierung, Artenvielfalt. Auch die soziale Funktion hob Mädge hervor: "Sie sind ein aktiver Teil der Stadtgesellschaft, vielen Dank für Ihr Engagement!"

Doch nicht allein lobende Worte, auch Preise gab es, zum Beispiel Gartengeräte, Bäume, Fachbücher und Blumen. Denn das Zusammentreffen galt der Prämiierung einzelner Kleingärten als Ergebnis der jährlichen Begehungen durch den städtischen Ausschuss für Umwelt, Verbraucherschutz, Grünflächen und Forsten. Dabei schnitten die Gartenfreunde Moorfeld e.V. besonders gut ab. Sie erhielten den ersten Preis mit folgender Begründung: "Der Verein hat am Raderbach in einem Bereich, der als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen ist und häufig feucht wird, eine Streuobstwiese angelegt. Dabei wurden Bäume alter Obstsorten gewählt, die mit den Gegebenheiten von Trockenheit und Überschwemmung klarkommen und als Insektenweide dienen. Sitzgelegenheiten und eine Erweiterung der Streuobstwiese sollen noch folgen. Außerdem hat der Verein einem Pächter bei der Anlage eines Insektenhotels von 8 Metern Länge und 1 Meter Breite unterstützt. Das Insektenhotel liegt in der Nähe der Streuobstwiese."

Der zweite Preis des Jahres geht an den Kleingartenverein Auf den Sandbergen. Denn, so heißt es: "In umfassender Gemeinschaftsarbeit ist es den Vereinsmitgliedern gelungen, einen aufgegebenen und verwahrlosten Garten in einen Zustand zu versetzen, der eine neue Verpachtung ermöglicht. Der Garten hatte bei der Besichtigung ein Erscheinungsbild, als handele es sich um einen bewirtschafteten Garten. Eine Fotodokumentation zeigte den Ausgangszustand und Phasen der Gemeinschaftsarbeit." 

Den dritten Preis schließlich teilen sich die Kleingartenanlagen Ilmenau und In der Kiepe. "Die Vereine haben den Besichtigungstermin gemeinsam vorbereitet und begleitet. Die Vorsitzenden haben ihre Zusammenarbeit als Nachbarn in den Fokus gerückt, was dem Ausschuss gefallen hat."

Die jährlichen Prämiierungen haben in der Hansestadt Tradition, eingeladen sind alle Kolonien. Den Auswahlmodus indes hatte der Ausschuss in diesem Jahr etwas verschlankt, um die Ehrenamtlichen - die Ausschussmitglieder wie Kleingärtner - zeitlich zu entlasten. Nur jede zweite der insgesamt 16 Kolonien wurde begangen, in diesem Jahr neben den Gewinnern auch die Kleingartenvereine Moldenweg, Erlenbruch und Am Pferdeteich. Im nächsten Jahr sind dann die übrigen acht dran. Sascha Rhein, Vorsitzender des Kleingärtner-Bezirksverbandes Lüneburg, der das Verfahren begleitet, sieht darin einen Vorteil auch für die Vereine: "Man hat länger Zeit für Projekte, mit denen man sich vorstellen möchte." Auch das Jahresthema wird nicht mehr vorgegeben.