#allesdichtmachen - Prominente Schauspieler fordern "Lockdown für immer"

Gesellschaft Von Extern | am Fr., 23.04.2021 - 13:46

"Verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht." Mit Sarkasmus und Spott stellen sich 51 prominente Künstler gegen die deutschen Corona-Maßnahmen – und wollen jene wachrütteln, die sie nicht hinterfragen. In kurzen Video-Statements fordern sie "einen Lockdown für immer". 

Die dafür eingerichtete Webseite www.allesdichtmachen.de ist offenbar unter dem Ansturm derzeit nicht mehr erreichbar. Im Youtube-Kanal sind die Videos aber noch abrufbar. Unter den Schauspielern sind Jan Josef Liefers, Ulrike Folkerts, Richy Müller, Cem-Ali Gültekin, Heike Makatsch und Ulrich Tukur.

Auszüge: "Babylon Berlin"-Hauptdarsteller Volker Bruch "Ich merke, wie meine Angst nachlässt, und das macht mir Angst. [...] Deshalb appelliere ich an unsere Regierung: Macht uns mehr Angst."  Heike Makatsch (die in der Szene die Tür nach dem Klingeln nicht öffnet): "Ich mache nicht auf, es ist wichtig, dass wir alle nicht aufmachen." Jan Josef Liefers: „Ich möchte heute Danke sagen. Danke an alle Medien unseres Landes, die seit über einem Jahr unermüdlich, verantwortungsvoll und mit klarer Haltung dafür sorgen, dass der Alarm genau da bleibt, wo er hingehört – nämlich ganz, ganz oben. Und dafür sorgen, dass kein unnötiger kritischer Disput uns ablenken kann von der Zustimmung zu den sinnvollen und immer angemessenen Maßnahmen unserer Regierung.”

Für diese Aktion hagelt es in den sozialen Medien allerdings harsche Kritik. Unter den Hashtags #allenichtganzdicht und #allesschlichtmachen heißt es beispielsweise, dass es schon sehr ironisch sei, dass sich ausgerechnet gut bezahlte Schauspieler beschweren, die meist noch ihrem Beruf nachgehen können und von den Schließungen in der Kulturszene weniger betroffen sind. 

Gesundheitsminister Jens Spahn bot den Akteuren der Aktion #allesdichtmachen heute ein Gespräch an, heißt es aus Berlin. Spahn äußerte Verständnis dafür, dass Künstler:innen auf Härten der Krise aufmerksam machten. „Man ist Schauspieler geworden, weil man es liebt, weil man es gerne macht.“ Er könne gut verstehen, dass es wehtue, dies über Monate nicht ausüben zu können. Zugleich sei die Pandemie etwas, das sich alle nicht ausgesucht hätten.

Ein Hohn, finden einige Kritiker. Die Gesundheitsbranche sei massiv überlastet, versucht Gehör zu finden und fühle sich ignoriert.

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