Reiner Faulhaber feiert 85. Geburtstag im Rathaus

Gesellschaft Von Extern | am Mo., 20.01.2020 - 10:33

LÜNEBURG. „Menschen wie Reiner Faulhaber, die gesellschaftspolitische Verantwortung übernehmen, sind unermesslich wichtig für unsere Hansestadt.“ Mit diesen Worten gratulierte Oberbürgermeister Ulrich Mädge dem ehemaligen Oberstadtdirektor, der am 6. Januar 2020 seinen 85. Geburtstag feierte. Zu seinen Ehren lud die Hansestadt Faulhaber und seine Familie sowie Freunde und Weggefährten am vergangenen Freitag zum Empfang ins Lüneburger Rathaus. Für musikalische Unterhaltung sorgten die Lüneburger Symphoniker, mit denen Faulhaber als Ehrenmitglied des Theaters auf besondere Weise verbunden ist.

Faulhaber erinnerte sich an seine Amtszeit als Oberstadtdirektor zurück: „Viele Jahre haben wir hier im Huldigungssaal gemeinsam um die Sache gefochten, um nur das Beste für Lüneburg heraus zu holen. Ich denke, wenn wir heute durch Lüneburg gehen, dann sehen wir, dass es uns an vielen Stellen gelungen ist.“ Ganze zwölf Jahre lang prägte der in Schlesien geborene Jurist die Entwicklung der Hansestadt Lüneburg als Oberstadtdirektor. Zuvor hatte Faulhaber eine erfolgreiche Karriere im Bundesinnenministerium, unter anderem als Pressesprecher von Bundesinnenminister Benda in Bonn. Aber es zog ihn von der großen Bühne der Bundespolitik wieder zurück in seine Heimat Lüneburg. Er wurde Kreisdirektor beim Landkreis Lüneburg und schließlich 1984 Nachfolger von Hans-Heinrich Stelljes als Oberstadtdirektor. 

Auch Oberbürgermeister Mädge erinnerte sich beim Empfang im Huldigungsaal an die Zusammenarbeit: „Am Ende haben wir immer gemeinsam einen Grundkonsens gefunden, bei dem im Mittelpunkt stand: Was ist gut für diese Stadt? Dabei hat Reiner Faulhaber auch mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer das Gespräch auf Augenhöhe gesucht. Am Ende haben wir dann einen Entschluss, den alle mittragen konnten, gefunden. Darauf hat Reiner Faulhaber immer hingearbeitet und das bleibt mir besonders in Erinnerung.“  

Viele zukunftsweisende Entscheidungen für die Hansestadt fielen in Faulhabers Amtszeit: Die Verkehrsberuhigung der Innenstadt, der Umbau des Bahnhofsquartiers, der Ausbau des Theaters, des Kurzentrums und des Klinikums, die Eröffnung der Autobahn A 250 (heute A39), der Umzug der Uni in die Scharnhorst-Kaserne oder die Restaurierung des Heinrich-Heine-Hauses.

Faulhaber erinnerte sich in seiner Rede auch an die historischen Momente zurück: „Die größte Herausforderung für Lüneburg ergab sich, als sich im Oktober 1989 die Grenzen zwischen Ost- und Westdeutschland öffneten. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir Hilfsbedürftige aufnahmen, Menschen begrüßten und schnell Lebensmittel besorgen und verteilen mussten. Damals sind viele Freundschaften entstanden.“ Eine davon sei die bis heute währende Städtefreundschaft zu Köthen.   

Darüber hinaus war sowohl zu Amtszeiten als auch nach seiner Pensionierung das Ehrenamt für Faulhaber immer Ehrensache: Sein umfassendes Engagement würdigte Oberbürgermeister Ulrich Mädge in seiner Ansprache und betonte: „Bei dem gleichbleibend hohen Arbeitspensum von Reiner Faulhaber war der Übergang vom Amt zum Ehrenamt quasi nicht zu erkennen.“ Faulhaber engagierte sich neben seinem unermüdlichen Einsatz für das Theater Lüneburg unter anderem ehrenamtlich beim DRK Ortsverein, der Loewe-Stiftung, ebenso wie bei der Pfarrgemeinde St. Marien. Ausgezeichnet für sein Engagement für die Stadtgesellschaft wurde Faulhaber bereits mit dem Ehrenring der Hansestadt Lüneburg sowie mit dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens.