Schröder-Ehlers: "Prozess der Endlagersuche intensiv begleiten um nicht kalt erwischt zu werden"

Politik Von Extern | am Di., 29.09.2020 - 19:04

LÜNEBURG. Das "Aus für Gorleben" kommentiert die SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers:

"Montag wurde nun bestätigt, was wir vierzig Jahre lang vermutet hatten: der Salzstock Gorleben ist aus geologischen Gesichtspunkten nicht geeignet zur Einlagerung von hochradioaktivem Atommüll. Damals war es Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU), der - entgegen der Expertise seiner Fachleute - Gorleben zum Standort dazu fügte. Eine sehr teure Fehlentscheidung mit großen politischen Verwerfungen.

Jetzt endlich ist Gorleben raus. Ein langer Kampf ist zu Ende. Aber die Auseinandersetzung um die Endlagerung geht weiter, auch für unsere Region. Wir brauchen jetzt auf Kreisebene ein Gremium, das sich mit der Bewertung der aktuellen Karte befasst und geeignete Strategien entwickelt. Alle erforderlichen Informationen müssen eingeholt, ausgewertet und in einen gemeinsamen Dialogprozess mit den Bürger*innen der Region eingebracht werden. Auch wenn Gorleben endlich raus ist, müssen wir hier vor Ort den weiteren Prozess intensiv begleiten, um am Ende nicht kalt erwischt zu werden.“

Gorleben raus - 90 Teilgebiete für Atom-Endlager möglich

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) mit Sitz in Peine hat heute den Zwischenbericht Teilgebiete veröffentlicht. Die BGE hat 90 Teilgebiete mit einer Gesamtfläche von gut 240.000 Quadratkilometer ermittelt. Da sich Teilgebiete teilweise überlagern, ist die Gesamtfläche auf der ehemals weißen Deutschlandkarte aber kleiner: rund 194.000 Quadratkilometer oder rund 54 Prozent der Landesfläche. Gorleben ist zur Überraschung vieler Experten raus.