Rat der Hansestadt beschließt Soforthilfepaket für Kinder und Jugendliche

Politik Von Extern | am Do., 10.06.2021 - 20:49

LÜNEBURG. Sport, Spiel und Spaß – die Kinder und Jugendlichen im Lüneburger Stadtgebiet sollen nach mehr als einem Jahr wieder Gemeinschaft erleben können. Dafür hat der Rat der Hansestadt Lüneburg in seiner jüngsten Sitzung (8. Juni 2021) die Weichen gestellt: Beschlossen ist ein Soforthilfepaket der Hansestadt Lüneburg, das Kindern und Jugendlichen zurückgeben soll, was ihnen wegen der Pandemie ein Jahr lang entgangen ist. 

„Es ist höchste Zeit. Die Kinder und Jugendlichen rufen schon danach“, machte Sozialdezernentin Pia Steinrücke in der Ratssitzung deutlich. Jetzt „wo alles wieder losgeht“, soll auch das Soforthilfepaket starten. Die Hansestadt Lüneburg will für Kinder und Jugendliche Begegnungsorte schaffen, Erlebnisse kreieren, Zusammenhalt stärken, aber auch Kindern und Jugendlichen in den Schulalltag zurückhelfen und Defiziten entgegenwirken.

Drei Bausteine beinhaltet das Paket.

1. Baustein: Sonderfonds – gefragt sind die Vereine, Kulturschaffenden und Träger

Für den ersten Baustein werden Vereine, Verbände, Träger der freien Wohlfahrtspflege, staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften und Kulturschaffende aufgerufen, Projekte zu initiieren, die zur Stärkung von Gemeinschaft und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen beitragen, insbesondere Ferien- und Freizeitangebote, aber auch die Einrichtung von offenen Treffpunkten.

Die Projekte können auch Bewegung und Bildung fördern. Was das sein kann, weiß die Sozialdezernentin: „Wir sind im Gespräch zu einem Familien-/Sportfest im Liebesgrund“, freute sich Pia Steinrücke.

Besonders wichtig wird es in diesem Jahr sein, dass die Kinder, die seit 1 ½ Jahren nicht schwimmen gelernt haben, endlich schwimmen lernen. Das Paket bietet die Möglichkeit, dass Schwimmkurse kostenfrei oder zu einem kleinen symbolischen Wert angeboten werden können.

Aus dem Sonderfonds können zusätzlich auch Projekte finanziert werden, die zum Beispiel Familien beraten. Zwischen 150 und 15.000 Euro können pro Projekt beantragt werden. Eigenmittel sind nicht notwendig. Die Anträge können ab sofort gestellt werden. Die Förderrichtlinie ist unter www.hansestadtlueneburg.de/soforthilfepaket abrufbar.

  • Dort ist auch die Einladung zu einer Informationsveranstaltung am Montag, 14. Juni 2021, um 17 Uhr per Videokonferenz zu finden.
  • Ansprechpartnerin für den Sonderfonds ist Imke Sowen (imke.sowen@stadt.lueneburg.de oder  Tel. 04131 309-3644).

2. Baustein: Ausbau der Schulsozialarbeit

„Viele Kinder und Jugendliche finden nicht zurück in die Schule“, erläuterte Sozialdezernentin Pia Steinrücke. Schulabstinenz nehme stark zu. Durch mehr Mittel und Personal geht es deshalb im zweiten Baustein des Soforthilfepakets vor allem darum, potentielles Abdriften von Kindern und Jugendlichen zu vermeiden und schulische Perspektiven aufzuzeigen. Gestärkt werden vor allem bestehende Angebote wie die Elternarbeit, das Multifamiliencoaching über FiSch (Familie in Schule).

3. Baustein: Stärkung der Jugendarbeit und Jugendhilfe

Um mehr Personal geht es auch im dritten und letzten Baustein. „Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen hat sich verdreifacht“, erläuterte Sozialdezernentin Pia Steinrücke. Der dritte Baustein soll deshalb die Sicherstellung des Kinderschutzes stärken.  Mit Hilfe des Soforthilfepakets schafft die Hansestadt Lüneburg zusätzliche Stellen, die die Verzahnung von Jugendhilfe und Kindertagesstätten/Schulen verstärken und die aufsuchende Sozialarbeit intensivieren.

Für die ersten beiden Bausteine stehen insgesamt 500.000 Euro zur Verfügung. „Ich bin froh, dass wir heute endlich starten können. Lassen Sie uns gemeinsam Kindern und Jugendlichen das verlorene Jahr zurückgeben“, erklärte Pia Steinrücke.