*Aktualisiert* SPD-Politiker Thomas Oppermann gestorben

Politik Von Redaktion | am Mo., 26.10.2020 - 07:22

BERLIN. Der SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot. Nach ersten Informationen sei der 66-Jährige gestern Abend bei ZDF-Dreharbeiten zusammengebrochen und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er später verstarb.

Oppermann war seit 1980 Mitglied der SPD und war 2017 Bundestags-Vizepräsident. Vorher war er Parlamentarischer Geschäftsführer und später Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. 1998 bis  2003 war der Göttinger Wissenschafts- und Kulturminister im niedersächsischen Landtag. Oppermann wollte für die Bundestagswahl 2021 nicht mehr kandidieren.

Thomas Oppermann hinterlässt seine Lebensgefährtin, einen gemeinsamen Sohn und eine Tochter, sowie zwei Töchter aus früherer Ehe. Zur Todesursache liegen bislang keine Informationen vor.

Reaktionen, Reihenfolge nach Mail-Eingang:

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil:

"Die Nachricht vom plötzlichen Tode meines Kollegen und Genossen Thomas Oppermann erfüllt mich mit tiefer Trauer. Thomas hat sich mit Leidenschaft und Verstand um unser Land und die Sozialdemokratie verdient gemacht. Meine Gedanken sind bei seiner Familie."Tief betroffen reagiert der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler: „Thomas Oppermann hat wie kaum ein anderer die Wissenschafts- und Kulturpolitik in Niedersachsen geprägt – sowohl als Minister als auch später als Abgeordneter des Deutschen Bundestags. Sein Verständnis dafür, wie bedeutend das eigenverantwortliche Handeln der Hochschulen ist, prägt die niedersächsische Wissenschaftspolitik bis heute. Er ist derjenige, der das Modell der Stiftungsuniversität initiiert hat. Sein Einsatz als Bundestagsabgeordneter für die Universitätsmedizin Göttingen, für die Georg-August-Universität Göttingen sowie die Forschungs- und Kultureinrichtungen im Raum Göttingen waren für mich stets Ansporn und Ermutigung. Diese starke Stimme für Wissenschaft und Kultur wird uns allen fehlen.“

Hans-Joachim Janßen, Landesvorsitzender Grüne Niedersachsen: 

"Thomas Oppermann war ein aufrechter und selbstbewusster Parlamentarier. Im Niedersächsischen Landtag und im Bundestag hat er deutliche Akzente gesetzt. Sein Einsatz für die Niedersächsische Verfassung Anfang der 90er Jahre bleibt unvergessen. Sein plötzlicher Tod macht uns betroffen und traurig. Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie."

Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge: 

„Ich habe Thomas Oppermann geschätzt für seine wohltuende Angewohnheit, seinem Gegenüber erst einmal zuzuhören und ihn nicht schon nach zwei Sätzen mit einer Antwort ruhigzustellen. Das hat ihn ausgezeichnet, auch nach vielen Jahren in der Spitzenpolitik noch. Er hat die einfachen Verhältnisse, aus denen er kam, und die Bedürfnisse der ganz normalen Menschen nicht vergessen.

In seiner Zeit als niedersächsischer Wissenschaftsminister hat Thomas Oppermann mit seiner großen Sachkompetenz viel für die Leuphana Universität in Lüneburg getan. Das unter ihm beschlossene Hochschulgesetz ermöglichte der Leuphana 2003 als eine von fünf Hochschulen in Niedersachsen in die Trägerschaft öffentlich-rechtlicher Stiftungen überführt zu werden.

Thomas Oppermann war ein feiner Mensch und ein herausragender Politiker, ich werde ihn vermissen. Seiner Familie gilt meine aufrichtige Anteilnahme."