Trampelpfadforschung in Lüneburg: "Wege dort anlegen, wo sie benötigt werden"

Wissenschaft Von Extern | am Do., 22.10.2020 - 19:47

LÜNEBURG. Bis zum Sommer 2021 werden die Hansestadt Lüneburg, die Leuphana Universität und das StartUp traxventure research in einer Studie Ansätze zur Beschleunigung des Fuß- und Radverkehrs durch die Verkürzung von Wegerelationen nach dem Trampelpfad-Prinzip entwickeln. Das teilt die Hansestadt Lüneburg mit. Die Studie werde im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit insgesamt 100.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. In der Mitteilung heißt es:

Trampelpfade zieren an vielen Orten das Stadtbild. Mancher bringt vielleicht nur ein paar Sekunden Gewinn, andere sind der Insider-Tipp überhaupt. Trampelpfade entstehen nach strengen psychologischen und physikalischen Mustern – sie sind mathematisch und wissenschaftlich beschreibbar. Die zunehmende Digitalisierung stellt zudem immer mehr Daten über die Beschaffenheit und Nutzung der städtischen Fläche zur Verfügung. Datenbanken kennen nicht nur Katasterdaten, sondern mittlerweile fast jeden Baum. Eine Prognose, wo Trampelpfade und Abkürzungen für den Fuß- und Radverkehr entstehen könnten, liegt folglich auf der Hand.

Mit Hilfe von Stadtdaten, bereitgestellt von der Hansestadt Lüneburg, wird die Fläche des Stadtgebietes nach potentiellen Freiflächen und Wegerelationen untersucht. Im zweiten Schritt werden die mathematischen Muster eines Trampelpfades überlagert, so dass am Ende Position und Verlauf einer Abkürzung per Algorithmus vorhergesagt werden könnten. Dieses Verfahren könnte zukünftig nicht nur den Fuß- und Radverkehr erheblich stärken, sondern weitergedacht bundesweit beachtliche Geldsummen einsparen, da Wege von Anfang dort angelegt werden, wo sie benötigt werden und Kosten für die Restauration von Trampelpfadflächen vermieden werden.

Wissenschaftlich betreut wird das Projekt vom Institut für Stadt- und Kulturraumforschung (IfSK) an der Leuphana Universität. Hierbei wird insbesondere auch die Anbindung an die Lehre angestrebt, um Studierenden innovative Einblicke in zukünftige Stadtplanungskultur zu geben. Für das Winterhalbjahr strebt das Konsortium eine digitale Erhebung des Mobilitätsverhalten an, bei der ebenfalls das Abkürzungsverhalten der Lüneburgerinnen und Lüneburger erhoben werden soll.

Über den mFUND des BMVI informiert die Hansestadt wie folgt:
Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das BMVI seit  2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD. Weitere Informationen finden Sie unter www.mfund.de.
 

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