Der kurze Draht glüht: Viele Anfragen von Senioren zum Impfen und zu Corona-Regeln

Gesellschaft Von Extern | am Do., 25.03.2021 - 11:53

LÜNEBURG. Wie funktioniert das mit dem Impfen? Warum erreiche ich die Hotline nicht? Kann ich auch zum Hausarzt gehen? Welche Nebenwirkungen erwarten mich nach der Impfung? Wie kann ich mich ohne Internet registrieren? Wann werde ich geimpft, wenn ich meine Wohnung nicht verlassen kann? Mit diesen und weiteren Fragen sehen sich die Mitarbeiterinnen im Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen (SPN) REGION Lüneburg seit Januar konfrontiert. Der kurze Draht glüht.

„Es war ganz viel Unterstützungs- und Handlungsbedarf bei der Vermittlung von Impfterminen“, berichtet Teamleiterin Edda Hermann-Lichtenberg. „Viele Senioren konnten den verschiedenen Infos in der Presse nicht mehr folgen.“ So verzeichnete der Senioren- und Pflegestützpunkt im Januar 158 Anfragen zur Corona-Pandemie. Im Februar, als die Impfkampagne für die Über-80-Jährigen startete, waren es dann ganze 955. „Da haben wir zum Teil mit vier bis sechs Personen das Telefon bedient, es klingelte in einer Tour“, schildert Edda Hermann-Lichtenberg. Im März sind bislang 225 Anfragen eingegangen.

Die meisten konnten vom Team des Senioren- und Pflegestützpunktes konkret beantwortet werden. In anderen Fällen hielten die Mitarbeiterinnen zunächst Rücksprache mit dem Gesundheitsamt des Landkreises, um dann eine Rückmeldung geben zu können. „Jeden Morgen haben wir hier über der Zeitung gesessen, um uns selbst auf den neuesten Stand zu bringen“, berichtet Edda Hermann-Lichtenberg und fügt hinzu: „Ich denke, wir konnten bislang alle Ratsuchenden gut bedienen.“

Neben der Hilfe am Telefon etablierte der Senioren- und Pflegestützpunkt einen Fahrdienst für Ü-80er, die die Fahrt zum Impfzentrum nicht selbst bewerkstelligen können und bei denen weder Krankenkasse noch Land die Fahrtkosten übernehmen. „In Absprache mit verschiedenen Taxiunternehmen haben wir dann die Hin- und Rückfahrt organisiert“, sagt die Stützpunktleiterin. Vom 11. Februar bis zum 22. März wurde dieses Angebot 24 Mal in Anspruch genommen. „Das sind jeweils Fahrten zur ersten Impfung, die zweite folgt noch.“ Insgesamt kam das Angebot gut an, 98 Prozent der Rückmeldungen waren positiv.

Für die jetzt angelaufene zweite Stufe der Impfungen – mittlerweile können sich Menschen über 70 Jahren anmelden – rechnet Edda Hermann-Lichtenberg mit weniger Fahrten und auch weniger Anfragen: „Wir gehen davon aus, dass die Ü-70er mobiler sind und noch mehr selbst organisieren können.“ Dennoch verspürt sie gerade bei den Senioren eine große Unsicherheit mit Blick auf das Pandemie-Geschehen und die damit einhergehenden Einschränkungen. „Sie sind diszipliniert und versuchen, alle Regeln einzuhalten“, betont Edda Hermann-Lichtenberg, „doch die Flut der Informationen ist manchmal zu undurchsichtig.“

Die Sorgen der Seniorinnen und Senioren in der Hansestadt drehen sich laut der Stützpunktleiterin nicht etwa um das Einkaufen oder um Urlaube. Vielmehr sind es die Kontaktbeschränkungen, die die älteren Menschen beschäftigen. Kann ich meine Familie besuchen? Darf ich überhaupt in einen anderen Landkreis fahren? „Gerade jetzt vor den Ostertagen ist die Unsicherheit der Senioren wieder groß“, erklärt Edda Hermann-Lichtenberg. So war es auch vor den Weihnachtsfeiertagen.

Der Senioren- und Pflegestützpunkt in Lüneburg ist erreichbar unter (04131) 309-3094 oder per Mail an ssb@stadt.lueneburg.de. Die Sprechzeiten sind montags bis mittwochs, jeweils von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 11 Uhr.
 

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